tirsdag 3. januar 2017

wesentliche Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung

wesentliche Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung

  • Eifelturmprinzip → sämtliche GoB stehen in wechselseitiger Abhängigkeit und dürfen nicht isoliert betrachtet werden, zwischen ihnen besteht kein Über- oder Unterordnungsverhältnis
  • Dokumentationsgrundsätze
    • Grundsatz des systematischen Aufbaus der Buchführung
    • Grundsatz der Sicherung der Vollständigkeit der Konten
    • Grundsatz der vollständigen und verständlichen Aufzeichnung
    • Beleggrundsatz
    • Grundsatz der Einhaltung der Aufbewahrungs- und Aufstellungsfristen
    • Grundsatz der Sicherung der Zuverlässigkeit und Ordnungsmäßigkeit des Rechnungswesens durch ein angemessenes internes Überwachnungssystem (IÜS)
    • Grundsatz der Sicherung und Dokumentation des IÜS
  • Rahmengrundsätze für den Jahresabschluss
    • Richtigkeit
    • Vergleichbarkeit
    • Klarheit und Übersichtlichkeit
    • Vollständigkeit
    • Stichtagprinzip
    • Periodisierungsprinzip
    • Wirtschaftlichkeit / Relevanz
  • Systemgrundsätze
    • Going Concern
    • Pagatorik
    • Grundsatz der Einzelbewertung
  • Definitionsgrundsätze für den Jahreserfolg
    • Realisationsgrundsatz
    • Grundsatz der Abgrenzung der Sache nach
    • Grundsatz der Abgrenzung der Zeit nach
  • Ansatzgrundsätze für die Bilanz
    • Aktivierungsfähigkeit
      • liegt vor wenn
        • selbständige Verwertbarkeit
        • bilanzielle Greifbarkeit
        erfüllt sind
    • Passivierungsfähigkeit
      • liegt vor wenn
        • Verpflichtung eine wirtschaftliche Belastung darstellt
        • Verpflichtung greifbar ist
        und
        • Verpflichtung quantifizierbar ist
  • Kapitalerhaltungsgrundsätze
    • Imparitätsprinzip
    • Grundsatz der Vorsicht (Niederstwertprinzip bei Vermögensgegenständen, Höchstwertprinzip bei Schulden)

Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB)

Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB)

  • Quellen der GoB
    • Gesetze
    • Wissenschaft
    • Praxis
    • Rechtsprechung
    • Empfehlungen der Wirtschaftsverbände
  • Methoden der Entwicklung der GoB
    • Induktion
      • geht von Ansichten der ehrbaren und ordentlichen Kaufleute aus
    • Deduktion
      • geht von Zwecken des Jahresabschlusses aus
      • betriebswirtschaftliche Deduktion
        • Gewinnung der GoB wird aus Zwecken des Jahresabschlusses abgeleitet unabhängig vom Handelsrecht
      • handelsrechtliche Deduktion
        • geht von den aus dem Gesetz herausgefilterten Zwecken des Jahresabschlusses aus
    • Hermeneutik
      • Kunst der Schriftauslegung
      • nötig um auch nicht kodifizierte GoB zu ermitteln
      • ist die in der Rechtswissenschaft anerkannte und übliche Methode der Auslegung der Rechtsnormen
      • Vorhergehensweise:
        • ausgehend vom vermuteten Wortsinn → Bedeutungszusammenhang zu anderen Vorschriften beachten → Entstehungsgeschichte ermitteln
      • keine beliebige Auslegung des Gesetzes → gewonnene GoB dürfen nicht im Widerspruch zum Wortlaut des Gesetzes stehen
      • es fließen auch Induktion und betriebswirtschaftliche Deduktion mit ein
      • Induktion ist im Hinblick auf angestrebte Interessenregelung und für anerkennung der GoB von großer Bedeutung
      • System zwar inhaltlich geschlossen und konform aber gleichzeitig für Modifizierungen infolge wirtschaftlicher und technischer Entwicklungen offen

Gesetzliche Grundlagen der Finanzbuchhaltung

Gesetzliche Grundlagen der Finanzbuchhaltung

  • Finanzbuchhaltung ist Datenbasis für externes Rechnungswesen
  • Buchführungspflicht nach Handelsrecht besteht wenn Unternehmer Kaufleute im Sinne des §238 HGB sind → ins Handelsregister eingetragener Kaufmann mit Firmenzusatz e.K., e.Kffr, e.Kfm, OHG, KG, GmbH, AG
  • Befreiung für Buchführungspflicht für Einzelkaufleute bei nicht mehr als 500.000€ Umsatzerlös und 50.000€Überschuss
  • Gesetzgeber sorgt dafür dass Kaufleute im Sinne des HGB, die in ihrem Unternehmen anfallenden Geschäftsvorfälle vollständig, systematisch und einheitlich erfassen → Gewährleistung dass Buchführung einen vollständigen Überblick über den Ist-Zustand des Unternehmens geben kann
  • nach Steuerrecht ist der Unternehmer zu Buchführung verpflichtet der auch nach Handelsrecht buchführungspflichtig ist


  • Zwecke der Buchführung und Abschluss
    • Dokumentation
      • übersichtliche, vollständige, für Dritte nachvollziehbare Aufzeichnung aller Geschäftsvorfälle → Auskunft über wirtschaftliche Lage des Unternehmens
      • Präventive Funktion → Unterschlagungen werden verhindert oder zumindest erschwert, bei Verdacht Erleichterung der Aufklärung
    • Rechenschaft
      • über Verwendung der durch die Gesellschafter / Gläubiger zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel
    • Kapitalerhaltung
      • nominelle Kapitalerhaltung → Beschränkung des Ausschüttungsbertrags, Bildung gesetzlicher Rücklagen

Teilbereiche des Rechnungswesens

Teilbereiche des Rechnungswesens

  • zwei wesentliche Teilbereiche
    • externes Rechnungswesen (Finanzbuchhaltung)
    • internes Rechnungswesen (Kosten- und Leistungsrechnung)
  • Bedeutung der Buchführung
    • liefert gesetzlich geforderte Informationen
    • stellt Ist-Daten als Grundinformation für die anderen Bereiche des Rechnungswesens
  • Buchführung Definition
    • ist die planmäßige, systematische und lückenlose Aufzeichnung der betriebsinternen Wertebewegungen und von Wertbewegungen zwischen Unternehmung und Umwelt
  • Zweck der Buchführung
    • Selbstinformation
    • Rechenschaftslegung
    • Besteuerungsgrundlage
    • Gläubigerschutz
    • Beweismittel
  • Aufgabe der Kosten- und Leistungsrechnung
    • Kontrolle der Wirtschaftlichkeit
    • Kalkulation der betrieblichen Leistungen
    • Betrachtet die Verfolgung des eigentlichen Betriebszwecks und richtet sich im Schwerpunkt nach innen
  • Teilbereiche der Kostenrechnung
    • Kostenartenrechnung
      • steht am Anfang der Kostenrechnung
      • dient der vollständigen Erfassung und Gliederung sämtlicher in einer Abrechnungsperiode angefallenen Kosten
    • Kostenstellenrechnung
      • berechnete Kosten werden auf die entsprechenden Kostenstellen verteilt in denen sie angefallen sind → mithilfe des Betriebsabrechnungsbogens
      • Basis für Kostenkontrolle der jeweiligen Kostenstellen und Berechnung der Stückkosten
    • Kostenträgerrechnung
      • Kalkulation
      • Stückkostenermittlung für Kostenträger
  • Statistik = Zusammenstellung und Auswertung von Zahlen, die für das Unternehmen von Interesse sind
  • Aufgaben der Statistik → Erstellung von Produktions-, Umsatz-, Kosten-, Personalstatistiken
  • Statistikarten
    • Innerbetrieblicher Zeitvergleich
      • Gegenüberstellung eigener Statistiken verschiedener Abrechnungsperioden
    • Branchenvergleich
      • Vergleich eigener statistischer Daten mit Daten von Unternehmungen der gleichen Branche
    • Kennzahlen
      • Berechnung von Kennziffern
    • Trends
      • Berechnung und grafische Darstellung von Trends
  • Ergebnisse der Vergangenheitsrechnung führen zu einer Zukunftsrechnung in Form eines Wirtschaftsplanes
  • Planungsrechnung ist in Zukunft des Unternehmens gerichtet
  • Wirtschaftsplan setzt sich zusammen aus Teilplänen wie:
    • Beschaffungsplan
    • Investitionsplan
    • Kostenplan
  • Planungsrechnung beschäftigt sich mit Vorbereitung unternehmerischer Entscheidungen in sämtlichen Unternehmensbereichen → zu berücksichtigen ist technischer Fortschritt, Expansion des Unternehmens und Produktentwicklung für die Tätigkeiten in der Zukunft

Aufgaben des Rechnungswesens

Aufgaben des Rechnungswesens

  • Rechnungswesen = sämtliche Verfahren, die der Werterfassung, Bewertung und Überwachung von Geld- und Güterströmen dienen
  • Hauptaufgaben des Rechnungswesens
    • Dispositions- und Steuerungsaufgabe
    • Dokumentationsaufgabe
    • Kontrollaufgabe
  • tatsächliches Unternehmensgeschehen (Ist-Werte) werden erfasst und mit gewünschtem Unternehmensgeschehen (Soll-Werte) verglichen → bei Abweichungen zwischen Soll und Ist werden die Ursachen analysiert und Maßnahmen für zielentsprechende zukünftige Entwicklungen ergriffen
  • Rechnungswesen ist bei der Erfüllung seiner Aufgaben als dynamisches System zu sehen
  • notwendige Informationen werden erhoben, gespeichert, verarbeitet und erneut gespeichert bevor sie an interne oder externe Adressaten weiter gegeben werden

torsdag 17. november 2016

Besonderheiten, Vor- und Nachteile von Franchisesystemen

Besonderheiten, Vor- und Nachteile von Franchisesystemen
    • Besonderheiten
      • Franchise geht über die üblichen Rechte und Pflichten eines Handelspartners hinaus
      • Franchisegeber gibt Franchisenehmer das Recht, seine Produkte zu vertreiben unter Verwendung
        • eines gemeinsamen Namens
        • eines gemeinsamen Markenzeichens / Symbols / Marke
        • eines gemeinsamen Marktauftritts / Gestaltung von Geschäftsräumen

    • Vorteile für Franchisegeber
      • schnelles Wachstum mit relativ geringem Eigenkapitaleinsatz
      • geringe Fixkosten
      • Verringerung des Insolvenzrisikos, keine Haftung für Verbindlichkeiten
      • gute Kontrollmöglichkeiten des Vertriebssystems
      • hohe Motivation der Franchisenehmer
      • geringe Personalführungsproblematik
    • Vorteile für Franchisenehmer
      • know-how des Franchisegebers ist verfügbar
      • Gründungsfehler können vermieden werden
      • stärkere Verhandlungsbasis bei Banken
      • reduziertes Unternehmerrisiko
      • Marke ist bereits etabliert
      • Marketing / Werbung erfolgt von zentraler Stelle
      • Gebietsschutz
      • schnellerer Marktzugang
      • Hilfe bei Standortwahl und -analyse
      • erprobtes Dienstleistungs- und Markensortiment
      • aktueller Wissensstand durch regelmäßige Schulungen
      • Image eines Großunternehmens
      • Einkaufs- und Kostenvorteile

    • Nachteile für Franchisegeber
      • hoher Kontrollaufwand um Einheit und Identität des Konzepts sicher zu stellen
      • bei Veränderungen Einbindung der Franchisenehmer
      • Verlust des direkten Kundenkontakts außerhalb des eigenen Einzugsgebietes
      • Verpflichtung zu permanenter Effizienzverbesserung und deren Weitergabe in Form von Schulungen

    • Nachteile für Franchisenehmer
      • schwierige Auswahl des passenden Systems
      • Abhängigkeit von Geschäftspolitik des Franchisegebers
      • geringer Einfluss auf Geschäftspolitik
      • langfristige Vertragsbindung