fredag 11. desember 2015

Arbeitspsychologie - Menschenbilder / Motivationstheorien

Economic Man → Kontrolle und materielle Anreize

  • Grundlage ist Vorstellung, dass Mensch ausschließlich über Kontrolle und materielle Anreize (extrinsische Belohnung) zur Leistung zu motivieren ist
  • Kreativität und eigenständiges Denken treten hinter das strikte Befolgen von Regeln, werden als unerwünschte Störfaktoren betrachtet → unvollständige Aufgaben

Social Man und Human-Relations Ansatz

  • Rolle sozialer Beziehungen untersucht
  • neben materiellen auch soziale Bedürfnisse (z.b. Austausch, Anerkennung), deren Erfüllung sich in Arbeitsleistung niederschlägt

Self-Actualizing Man und Humanisierung der Arbeit

  • nach Selbstverwirklichung strebender Mensch
  • im Mittelpunkt steht Frage, wie Arbeitsaufgaben zu gestalten sind, dass Menschen darin einen Sinn sehen
  • Abbau von Arbeitsbelastungen und Schaffung persönlichkeitsförderlicher Arbeitsbedingungen zentrales Thema

Complex Man

  • vielfältige Bedürfnisse der Menschen in Bezug auf Arbeit
  • Bedürfnisse können sich im Verlauf der individuellen Erwerbsbiografie ändern
  • Bedürfnisse und Motive sind sehr individuell

für die Arbeits- und Organisationspsychologie stellt sich die Aufgabe die neuen Entwicklungen zu begleiten und entsprechende Konzepte für die Analyse und Gestaltung der Arbeit zu entwickeln

tirsdag 8. desember 2015

Arbeitspsychologie - Dimensionen der Arbeitsteilung und deren psychologische Folgen

  • Dimensionen der Arbeitsteilung
    • Trennung von Besitz und Bedienung
    • Trennung von Erwerbs- und Reproduktionsarbeit
    • Trennung von Hand- und Kopfarbeit
  • Trennung von Besitz und Bedienung
    • Besitz der Maschine und Bedienung der Maschine nicht mehr durch eine einzelne Person
    • Einschränkung der Entscheidungsspielräume
    • Intensivierung von Arbeit
    • Anpassung des Menschen an die Technik
  • Trennung von Erwerbs- und Reproduktionsarbeit
    • Auslagerung der Erwerbsarbeit aus dem eigenen privaten Haushalt → Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Spezialisierung von Arbeitsprozessen → Trennung von Hand- und Kopfarbeit
    • Folgen der Trennung von Hand- und Kopfarbeit → Monotonie und einseitige Belastung
    • Disuse-Hypothese → ungenutzte Fähigkeiten verkümmern, bzw. entwickeln sich nicht weiter
    • wer nur körperlich arbeitet, kann seine kognitiven Fähigkeiten in der Erwerbsarbeit nicht weiterentwickeln
    • Arbeitstätigkeit, die Denken nicht erfordert nicht als human bewertet
  • psychologisch bedeutsame Folgen von Arbeitsteilung:
    • Beschränkung der Entscheidungsspielräume über das Was, Wie, Wann und Wo der Erwerbsarbeit
    • Intensivierung der Arbeit durch Technologie
    • Vereinbarkeitsproblem zwischen Erwerbsarbeit und Familie
    • Dehumanisierung der Arbeit durch Reduzierung der Denkanforderung
    • Weniger abwechslungsreiche Tätigkeiten durch Spezialistentum
    • Gefahr des Verlustes oder Stillstandes geistiger Fähigkeiten durch Trennung von Hand- und Kopfarbeit
    • Schaffung von Arbeitsaufgaben mit minimalen Qualifizierungsanforderungen

Arbeitspsychologie - Gegenstand der Arbeitspsychologie aktuell


Gegenstand der Arbeitspsychologie

  • Hauptaufgaben arbeitspsychologischer Tätigkeiten sind:
    • Analyse
    • Bewertung
    • Gestaltung
von Arbeitstätigkeiten und Arbeitssystemen nach definierten Humankriterien

weiterführende Links:

Arbeitspsychologie - kurze Entwicklungsgeschichte

Arbeitspsychologie

    • Zergliederung der Arbeitsaufgabe in einzelne Elemente
    • Auswahl und Schulung der bestgeeigneten Arbeitskräfte
    • Trennung von Hand- und Kopfarbeit
    • Herzliches Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer
  • Fordismus → Arbeitsteilung perfektioniert
  • Psychotechnik nach Hugo Münsterberg → angewandte Psychologie für die Wirtschaft auf Grundlage der differentiellen Psychologie
      • Anwendung von psychologischen Methoden auf Probleme der Industrie
      • Objektpsychotechnik beschäftigte sich mit Fragen der Arbeitsgestaltung
      • Subjektpsychotechnik ging Fragen der Anpassung des Menschen an die Arbeit nach

Arbeitspsychologie - Definitionskriterien von Arbeit

Der Begriff "Arbeit"

  • zwei Bedeutungsdimensionen beim Arbeitsbegriff
  • positiv → Erfolgserlebnisse, Selbstbestätigung, Freude, Gefühl gebraucht zu werden
  • negativ → Erdulden, Aushalten, Mühe, Plage, Last

Bezahlung als Definitionskriterium von Arbeit?

  • Unbezahlte Arbeit anhand des Dritt-Personen-Kriteriums von bezahlter Arbeit abgegrenzt
  • Dritt-Personen-Kriterium → unbezahlte Arbeit = Tätigkeiten, die von Dritten gegen Bezahlung ausgeführt werden könnten (oft Tätigkeiten in Haushalt, Pflege, Betreuung, informelle Hilfen)
  • Bezahlung als Definitionskriterium von Arbeit unzureichend
  • Unterscheidung zwischen Erwerbs- und Reproduktionsarbeit
  • Erwerbsarbeit = bezahlt, hilft Lebensunterhalt zu finanzieren
  • Reproduktionsarbeit =Arbeit, die notwendig ist um Arbeitskraft zu erhalten
  • Gründe Unbezahlte Arbeit ebenfalls zu betrachten:
    • unbezahlte Arbeit hat geringe gesellschaftliche Beachtung aber große quantitative Bedeutung
    • auch von unbezahlter Arbeit ist Auswirkung auf Menschen erwartbar
    • Nichtberücksichtigung von unbezahlter Arbeit diskriminiert Frauen

Definitionskriterien der Arbeit

  • drei Arten von Tätigkeiten unterschieden:
    • Arbeit
    • Spiel
    • Lernen
  • Arbeit → bewusste zielgerichtete Tätigkeit
  • Spiel → muss nicht auf praktischen Nutzen ausgerichtet sein, Motivation des Spiels liegt nicht in Zweckerfüllung, sondern dem Erleben der Wirklichkeit
  • Lernen → besondere Form produktiver Tätigkeit, bei der Optimierung der Vorgehensweise und nicht Erreichen eines Endziels im Vordergrund steht
  • Definitionsbestandteile von Arbeit:
    • zielgerichtet
    • bewusst
    • schafft Gebrauchswert
    • gesellschaftlich determiniert

onsdag 12. august 2015

Kreativität II

  1. Charakteristika von kreativen Menschen
    • Selbstvertrauen -> sich auf die eigenen Fähigkeiten verlassen können
    • Ausdauer -> sich nicht durch Schwierigkeiten aus dem Konzept bringen lassen
    • Leistungswille -> keine Last Leistung zu bringen
    • Selbstmotivation -> intrinsische Motivation
    • Urteilskraft -> eigene Meinung bilden und vertreten
    • Unabhängigkeitsbedürfnis -> eigene Wege gehen, keine Mitläufer
    • Problembewusstsein -> Erkennen von Aufgaben und Chancen
    • Selbstvertrauen ist Grundlage aller weiteren Eigenschaften
    • um kreativen Sprung ins Ungewisse zu tätigen, bedarf es des Vertrauens, mit Schwierigkeiten fertig zu werden
    • zur Persönlichkeit eines Innovators gehören Durchsetzungsfreudigkeit, konsequentes Handeln und das Bewusstsein mit Widerständen im Unternehmen konstruktiv umgehen zu können
  1. Entstehung von kreativen Lösungen fördern
    • Gehirn kann am besten kreative Gedanken hervorbringen, wenn es sich in einem entspannten Zustand befindet, um das zu erreichen gibt es verschiedene Techniken
    • körperliche Entspannung
    • Fanatsiereise -> arbeitet mit Bildern und Analogien
    • Meditation -> Schulung der Achtsamkeit
    • Brainstroming
      • alle Anregungen, Gedanken und Ideen werden ohne jegliche Beurteilung gesammelt
      • jeder Teilnehmer (5-7 Personen) kann so viele Gedanken äußern wie es beliebt
      • ausnahmslos jede Idee und Anregung ist willkommen, Quantität geht vor Qualität
      • fremde Ideen werden aufgegriffen und weiterentwickelt
      • am Ende einer Sitzung kann man auf einen großen Ideenpool zurückgreifen
    • Mindmapping
      • Einbeziehung der kreativ arbeitenden Hirnhälfte
      • Ideen und Gedanken werden direkt in bestimmte Wirkrichtungen visuell anschaulich dokumentiert
    • Denkhüte und Denkstühle
      • die Teilnehmer einer Sitzung schlüpfen in verschiedene Rollen
      • Probleme können aus unterschiedlichen Perspektiven und Betrachtungsweisen durchdacht werden
      • Kritik an Ideen, kann immer nur die Rolle betreffen nicht die Person selbst
    • Methode 6-3-5
      • Variante des Brainwritings
      • zur Generierung von Ideen bei klar umrissenen Suchproblemen
      • gut in Gruppen einsetzbar, in denen Kommunikationsprobleme, Spannungen und Konflikte vorhanden oder zu erwarten sind
      • kein Moderator zur Leitung der Sitzung benötigt
      • 6 Teilnehmer notieren 3 Vorschläge oder Ideen in 5 Minuten
    • Brainwriting Pool
    • Collective Notebook (CNB)
    • Morphologischer Kasten
  1. Steuerung der Innovationsprozesse
    • kreativer Prozess
      • Präparationsphase
      • Inkubationsphase
      • Illuminationsphase
      • Verfikationsphase
    • Präparationsphase
      • möglichst genaue Problemanalyse
      • Annäherung an das Problem von verschiedenen Ebenen
      • Informationsbeschaffung, Betrachtung der Informationen von verschiedenen Blickwinkeln, Strukturierung und Visualisierung der Informationen
      • mögliche Informationsquellen sind Mitarbeiter und Menschen in der näheren Umgebung, gedruckte Medien, Gespräche mit Spezialisten, Bilddatenbanken, Internet, Archive, Diskussion mit Aussenstehenden
    • Inkubationsphase
      • Entwicklung von Ideen zur Lösung der Problem-/Fragestellung
      • Übungen zur Entspannung können zur Ideengenerierung beitragen -> durch Entspannung werden andere Bereiche des Gehirns aktiviert -> kreativer Sprung eher möglich
    • Illuminiationsphase
      • erste Entscheidung für eventuell in Frage kommende Lösungen getroffen
      • aus den zusammengetragenen Ideen werden drei bis vier der am sinnvollsten erscheinenden Lösungen auswählen -> es sollte mindestens ein Lösungsansatz vertreten sein, der eine völlig neue Herangehensweise enthält
      • ebenfalls wichtig, die bisher gesammelten Ideen auf Brauchbarkeit zu überprüfen -> Nutzwertanalyse, Portfolioanalyse
    • Verfikationsphase
      • keine schöpferischen Ideen mehr gefragt
      • Umsetzung der neuen Ideen und Anknüpfungspunkte
      • Maßnahmenplan von Vorteil -> klar definiert wer, was, wann zu tun hat und wer verantwortlich für die einzelnen Breiche ist
  1. Kreativitätskiller
    • Kreativität braucht Ermutigung und Herausforderung, Interesse an der Weiterentwicklung des Unternehmens und ein gutes Maß an Selbstbewusstsein
    • Kreativitätsförderndes Arbeitsklima ist geprägt von Vertrauen, Ermutigung, Flexibilität und selbständigem Handeln
    • mangelnde Kommunikation, Misstrauen und Klima von Konkurrenz und Zeitdruck können echte Kreativitätskiller darstellen
  1. Einfluss der Unternehmensstrukturen auf Innovation
    • Unternehmen mit Teamstrukturen zeigen sich offener für Innovationenals Unternehmen mit vielen Hierarchieebenen und stark gelenkter Kontrolle
    • Je mehr Verantwortung vom Einzelnen oder vom Team getragen wird, desto höher ist das Maß an Kreativität und die Innovationsbereitschaft
    • Führungsstil und Kommunikationsstrukturen (beides Teile der Unternehmensphilosophie) bestimmen zu einem großen Prozentsatz Handlungen und Motivation von Mitarbeitern für Veränderungsprozesse
    • Unternehmenskultur trägt wesentlich zum Klima innerhalb des Unternehmens bei
    • offenes, freundliches, von Vertrauen geprägtes Klima ermöglicht es dem Einzelnen sich sicherer zu fühlen, sich in Diskussionen offen zu äußern, selbstbewusst Meinungen zu vertreten und kreative Ideen und Vorstellungen einzubringen
    • Unternehmenskultur bildet somit den Kern für die Schaffung eines kreativitätsfördernden Klimas und Innovationsgedankens
    • sehr bewährt haben sich Kreativräume -> Rückzugsmöglichkeit auf der Suche nach neuen Ideen
    • Kreativräume verfügen über Kommunikationsecken, Rückzugsorte, Leseecken und eine Auswahl an Büchern und Zeitschriften, laden zum Verweilen ein in einer Kaffeecke und bieten Möglichkeiten zur Entspannung
  1. Fazit
    • um kreativ sein zu können, neue Ideen entwickeln zu können, sollten Freiräume geschaffen werden, in denen man sich mit anderen Dingen beschäftigt als mit der täglichen Arbeit
    • Räume für kreative Gedankenfindung bieten das Museum, Theater, Outdooraktivitäten etc.
    • Innovationen unterliegen vielen Einflussfaktoren:
      • Strategie des Unternehmens
      • Organisation des Unternehmens
      • Führung von Mitarbeitern
      • Kunden
    • Kreativitätstechniken können dabei auf allen Ebenen eine wichtige Rolle bei der Generierung von Ideen spielen
    • Kreativitätstechniken können auch zur Veränderung der Unternehmensphilosophie beitragen