eine Sammlung von Materialien, Links und Videos zum Thema Wirtschaftspsychologie
søndag 14. juni 2015
lørdag 13. juni 2015
fredag 12. juni 2015
Arbeitsstrukturierung
Mit einem hohen Maß an Arbeitsteilung geht für
gewöhnlich auch ein hohes Maß an Unzufriedenheit einher. Um diesen
negativen Auswirkungen entgegenzuwirken, zielt die
Arbeitsstrukturierung auf eine hohe Generalisierung der Arbeit ab.
Das kann durch Job-Rotation, Job-Enrichment oder Job-Enlargement
geschehen.
Job-Rotation → Arbeitsplatzwechsel, ist der
regelmäßige und systematische Wechsel von Arbeitsaufgabe und
Arbeitsplatz. Es handelt sich dabei lediglich um eine Rotation auf
gleicher Hierarchieebene, es kommen also keine hierarchisch höher
geordneten Aufgaben hinzu.
Job-Enlargement → Aufgabenerweiterung, der Grad der
Arbeitsteilung wird reduziert. Strukturell ähnliche Aufgaben
mehrerer Stellen werden in einer Stelle zusammen gefasst. Die
Arbeitsinhalte werden also horizontal erweitert. Auch hier kommen
keine hierarchisch höher geordneten Aufgaben hinzu, aber auf
gleicher Ausführungsebene kommen zusätzliche Aufgaben hinzu,
Planung und Kontrolle bleiben jedoch in „fremder“ Hand.
Job-Enrichment → Aufgabenbereicherung, ist die
Erweiterung des Entscheidungs- und Kontrollspielraums in vertikaler
Richtung.
Job-Rotation → Ziel ist die Verringerung der Monotonie
der Arbeit und der damit häufig verbundenen einseitigen Belastung
und eine Erhöhung der Flexibilität der Mitarbeiter. Zusätzlich
wird auch eine Steigerung des Verantwortungsgefühls für die
Gruppenaufgabe erwartet.
Job-Enlargement → Auch hier ist eine Flexibilisierung
der Mitarbeiter das Ziel. Außerdem bekommen Mitarbeiter das Gefühl
mehr zu machen, was wiederum in der Regel die Arbeitszufriedenheit
erhöht.
Job-Enrichment → Hier kommen Planung und Kontrolle
sukzessiv zu den bereits auszuführenden Aufgaben hinzu, so dass die
Eigenverantwortung des Mitarbeiters wächst. Die Anforderungen an den
Mitarbeiter steigen hier besonders, was wiederum zur Qualifizierung
von Mitarbeitern eingesetzt werden kann.
Notwendigkeit der Differenzierung des Personalbedarfs nach qualitativen, quantitativen, zeitlichen und örtlichen Aspekten
Die Ermittlung des Personalbedarfs geschieht nach
qualitativen (Welche Qualifikationen müssen die Mitarbeiter
erfüllen?), quantitativen (Wie viele Mitarbeiter werden benötigt?),
zeitlichen (Zu welchem Zeitpunkt werden die Mitarbeiter benötigt?)
und örtlichen (Wo werden die Mitarbeiter benötigt?) Aspekten. Ziel
ist es die Mitarbeiter im benötigten Umfang mit der passenden
Qualifikation am richtigen Ort einzusetzen.
Inwieweit eignet sich eine Stellenbeschreibung als Grundlage für die Ermittlung des qualitativen Personalbedarfs?
Kennzeichen einer Stellenbeschreibung
- Stellenbezeichnung
- Stelleneinordnung im Unternehmen
- Stellenaufgaben und -ziele
- Stellenbefugnisse und -verantwortung
- Stellenanforderungen
Die aufgeführten Kennzeichen einer Stellenbeschreibung bilden die Grundlage für die Ermittlung des qualitativen Personalbedarfs. In einfachen Fällen reicht der Abgleich von Stellenanforderungen in der Stellenbeschreibung mit den Qualifikationen des Bewerbers. Meist wird aber die Stellenbeschreibung als Ausgangspunkt benutzt um ein Anforderungsprofil für die entsprechenden Stellen aufzusetzen, mit dem dann wiederum die Qualifikationsprofile eines Bewerbers oder eines Mitarbeiters abgeglichen wird.
torsdag 11. juni 2015
warum lösen Experten Probleme schneller als Novizen?
Dass Experten schneller und
genauer sind beim Lösen eines Problems lässt sich dadurch erklären,
dass sie mehr und andere bedeutungshaltige Muster wahrnehmen als ein
Novize. Experten verfügen über eine wohlorganisierte Wissensbasis,
die die Informationsaufnahme, die Informationsverarbeitung sowie das
Lösungsverhalten von Experten in einzigartiger Weise prägt.
Experten erkennen und selektieren problemrelevante Informationen
effizienter, investieren aber im Vergleich zu Novizen mehr Zeit für
die Problemanalyse und gelangen so zu einer besseren
Problemrepräsentation. Experten können also die Schwierigkeit des
Problems genauer abschätzen und ihre Ressourcen besser einteilen und
klassifizieren die Probleme sinnvoller anhand der Problemstruktur.
Bei der Informationsverarbeitung zeigen Experten eine überragende
Gedächtnisleistung, welche sich sowohl auf das Langzeitgedächtnis
wie auch auf das Kurzzeitgedächtnis bezieht. So kann ein Experte im
Schach die Figurenaufstellung auf einem Schachbrett innerhalb weniger
Sekunden erfassen und sehr genau wiedergeben. Das Wissen von
Experten ist prinzipienbasiert in Gedächtniseinheiten abgespeichert
in sogenannten Chunks. Experten verfügen über ein reiches
Repertoire an Lösungsstrategien, auf die sie, zumindest teilweise,
zurückgreifen können. Dadurch erkennen Experten leichter
Zusammenhänge zu anderen Problemen, wobei oberflächliche
Ähnlichkeiten für sie bei der Lösung des Problems keine Rolle
spielen. Anfänger hingegen kategorisieren stark nach oberflächlichen
Ähnlichkeiten und können kaum Lösungsansätze formulieren. Sie
müssen stattdessen mühsam für sie neue Lösungswege finden. Die
überragenden Fähigkeiten von Experten gehen im Allgemeinen nicht
auf außerordentliche kognitive Fähigkeiten zurück sondern beruhen
stattdessen eher auf deren umfangreichen bereichsspezifischem Wissen
und einer daran angepassten Verarbeitung der Informationen. Das
enorme Bereichswissen von Experten hat Einfluss auf alle Aspekte des
Problemlösungsprozesses, von der Problemerkennung bis zur
Lösungsfindung. Außerdem verfügen Experten über Routine beim
Angehen von Problemen auf ihrem Wissensgebiet, die durch ihre
intensive Ausbildung entstanden ist. Lösungsmuster von Experten sind
durch Geschwindigkeit und eine geringe Fehlerrate gekennzeichnet.
Methoden zur Lösung eines Problems (Psychologie)
Um ein Problem lösen zu können,
muss dieses Problem zuerst einmal erkannt und verstanden werden.
Danach muss ein Plan zur Lösung des Problems bereitgestellt und
ausgeführt werden, bevor das Ergebnis schließlich auf Richtigkeit
überprüft werden kann.
Die Lösung des Problems kann auf
unterschiedliche Art und Weise vonstatten gehen. Es gibt zwei
allgemeine Suchverfahren, die auf jedes beliebige Problem angewandt
werden können.
Bei
der Breitensuche
werden
vom Anfangszustand aus alle möglichen direkten Nachfolgezustände
betrachtet. Von allen direkten Nachfolgezuständen werden wiederum
alle direkten Nachfolgezustände ermittelt und so weiter. Man geht
also bei der Suche nach der Lösung des Problems immer weiter in die
Breite, während man sich Ebene für Ebene der Lösung des Problems
nähert. Das Ziel, die Lösung des Problems, wird so in der
Mindestzahl von Ebenen erreicht.
Bei
der Tiefensuche
hingegen wird von allen möglichen Nachfolgezuständen einer
ausgewählt. Erst wenn man in eine Sackgasse gerät oder in einen
bereits erreichten Zustand, wird der letzte Schritt rückgängig
gemacht (backtracking) und vom Vorgängerzustand aus ein alternativer
Schritt ausgeführt. Man geht also dementsprechend bei der
Lösungssuche immer weiter in die Tiefe und nur im Falle einer
Sackgasse in die Breite. Das Problem bei dieser Art der Problemlösung
ist allerdings, dass man schon sehr weit in einem Zweig ist, der die
Lösung nicht enthält und im schlimmsten Fall alle Schritte bis zum
ersten Schritt rückgängig machen und wieder von vorn beginnen muss.
Sowohl
die Breiten- als auch die Tiefensuche können per Vorwärts- und per
Rückwärtssuche ausgeführt werden. Bei der Vorwärtssuche
startet man am Anfang und sucht nach Schritten, die einen näher an
den Zielzustand führen. Bei der Rückwärtssuche
startet
man mit Lösung und versucht Schritte zu finden, die einen
letztendlich zum Anfangszustand führen. Dabei wird das Ziel
schrittweise in Teilziele zerlegt, bis man die Teilziele erfüllen
kann.
Zusätzlich
zu diesen allgemeinen Suchverfahren gibt es heuristische
Suchverfahren,
die bei der Suche im Problemraum problemspezifische Heuristiken
nutzen. Dabei soll die Auswahl von Problemlöseschritten optimiert
werden, indem problemspezifische Informationen ausgenutzt werden. Im
Folgenden werde ich auf zwei dieser Heuristiken eingehen.
Bei
der Hill-climbing-strategie
handelt
es sich um eine Strategie, die sich der Vorwärtssuche bedient. Dabei
wird aus einer Menge aller möglichen Schritte derjenige ausgewählt,
der einen dem Ziel am schnellsten näher zu bringen scheint. Um das
zu erreichen müssen die einzelnen Problemzustände, die sich aus den
einzelnen Schritten ergeben, dahingehend bewertet werden wie ähnlich
sie dem Zielzustand sind. Bei dieser Vorgehensweise kann sich das
Problem ergeben, dass man sein angestrebtes Ziel nicht erreicht,
sondern nur ein lokales Maximum, einen vorgelagerten Gipfel.
Bei
der Mittel-Ziel-Analyse
wird
dieses Problem vermieden, indem eine heuristische Vorwärtssuche mit
Teilzielbildung verknüpft wird. Der aktuelle Zustand wird hierbei
zunächst mit dem Zielzustand verglichen. Entspricht er dem
Zielzustand, gilt das Problem als gelöst. Entspricht er dem Ziel
nicht, wird der größte Unterschied zwischen den beiden Zuständen
anhand einer problemspezifischen Heuristik ermittelt. Gibt es keinen
Schritt, der den Unterschied zwischen den beiden Zuständen
beseitigen kann, gilt das Problem als nicht lösbar. Gibt es einen
möglichen Schritt wird versucht ihn auszuführen, sofern alle
Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Sind nicht alle Voraussetzungen
für die Ausführung des Schrittes erfüllt, wird die Schaffung der
Voraussetzungen als neues Teilziel aufgestellt. Durch dieses
Aufstellen von Teilzielen, bekommt die Suche nach der Lösung des
Problems eine Richtung zugewiesen und der Suchraum wird auf die für
das Lösen des Problems relevanten Schritte eingeschränkt. Das
Problem dieses Verfahrens ist seine Komplexität, da unter Umständen
sehr viele Teilschritte in Erinnerung behalten werden müssen.
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