lørdag 2. april 2016

Wahl des geeigneten Standortes / Netzwerke als Substitution

Wahl des geeigneten Standortes / Netzwerke als Substitution

  • Standortwahl hat unterschiedliche Bedeutung für die einzelnen Unternehmer
    • material- / rohstofforientiert
    • arbeitskraftorientiert
    • steuern- / abgabeorientiert
    • energieverbrauchs- / bezugsorientiert
    • verkehrsinfrastrukturorientiert
    • umweltorientiert
    • absatzmarktorientiert
  • Gründerzentren / Gründerparks spielen bei Standortwahl immer größere Rolle
    • Ansiedlung in konzentrierten Räumen
    • diverse Erleichterungen durch Kostenvorteile, Nähe zu kooperierenden Instituten / Hochschulen, Netzwerkpartner
  • wesentliche Faktoren bei Standortwahl
    • Marktwirtschaftlich → nähere Betrachtung des Absatzmarktes, der vorherrschenden Konkurrenzsituation, des Beschaffungsmarktes und der Arbeitsmarktsituation
    • Betriebswirtschaftlich → möglichst umfangreiche Betrachtung der zu erwartenden Kosten am Standort, Potential auf mögliche Erweiterungen prüfen, ortsspezifische, individuelle Kosten erfassen
    • Infrastrukturell → Prüfung der Servicenähe anderer Marktanbieter und öffentlicher Einrichtungen, Verkehrserschließung, technische Versorgungssituation
    • rechtlich → Beachtung und Bewertung gesetzlicher Bestimmungen von Bund, Ländern, Gemeinden, Baufauflagen prüfen lassen
  • Standortaspekte unterteilt in zwei Kernbereiche
    • generelle Umsystem (unmittelbarer Kontext des Unternehmens)
      • Inkubatoren im ursprünglichen Sinn letzter Arbeitgeber
      • Gründerpotential
      • Märkte
      • Ausbildungssystem
      • Konjunkturlage, Marktphase, Saison
      • F&E-Umfeld
      • Technologietransfer
      • rechtliche / steuerliche Sphäre
      • Makro-soziales Umfeld
      • natürliches Umfeld
    • dezidierte Umsystem ( vorliegende Infrastruktur)
      • Instrumente
      • Netzwerk der Helfer
      • Förderungsprogramme
      • Ausbildungssystem
      • Forschung
  • Standortwahl erfolgt nicht immer nur rational und wirtschaftlich begründbar sondern oft auch pragmatisch
  • immer bessere Verknüpfung weltweit durch Internet und andere Technologien → Standortwahl branchenabhängig immer unbedeutender als Faktor → in Praxis aber immer wieder Standortverbünde anzutreffen
  • hohe Bedeutungszunahme des Aspektes Netzwerk → zunehmend strategisch ökonomischer Schwerpunkt → zielt auf Sicherung und Verbesserung der individuellen Wettbewerbssituation ab
  • Hauptnetzwerktypen
    • soziale Netzwerke → besonders bedeutsam in Vorphase der Gründung
    • Reputationsnetzwerke
    • Marketingnetzwerke → bilden sich in Gründungsphase
    • Reziprozitätsnetzwerke und im Verlauf der unternehmerischen
    • Wissensnetzwerke Tätigkeit heraus

Wahl der geeigneten Rechtsform

Wahl der geeigneten Rechtsform

  • Kriterien für die Wahl der Rechtsform
    • Rechtsform Voraussetzungen und Abhängigkeiten
    • Haftungsumfang
    • erforderliches Mindestkapital zur Unternehmensgründung
    • Prüfungspflicht betriebswirtschaftlicher Kennzahlen
    • Offenlegungspflicht des Jahresabschlusses
    • Rechtsformspezifische Kosten
    • Mitbestimmungsumfang
    • grundsätzliche Finanzierungsmöglichkeiten
    • Leistungsbefugnis
    • Steuerbelastung
  • Rechtsformalternativen
    • Personenunternehmen
      • Einzelunternehmen
      • Personengesellschaften in Form einer BGB Gesellschaft, Partnergesellschaft, Personenhandelsgesellschaft
    • Kapitalgesellschaft
      • GmbH
      • AG
      • Genossenschaft
    • Mischformen

Absicherung der Gründungsexistenz

Absicherung der Gründungsexistenz

  • Hauptrisikotypen für Existenzgründer
    • Marktrisiken → Entwicklung bestehender Absatzmärkte
    • Betriebsrisiken → Störungsquellen innerhalb der Leistungserbringung, Kostensteigerung bei Roh-/Betriebsstoffen und Betriebsmitteln
    • Finanzrisiken → Forderungsausfällen gegenüber Kunden wegen Insolvenz oder Wegfall / Auslaufen von Förderprogrammen
    • Rechtliche Risiken → Haftungs-/Regressansprüche aus Produkthaftpflicht oder Patentrechtsverletzungen
  • bewusster und frühzeitiger Umgang mit Risiken = Risikomanagement / Risk Management
  • einzelne Phasen des Risk Management
    • Zielfestlegung
    • Risikoidentifizierung
    • Risikobewertung
    • Alternativenerarbeitung und deren Auswahl
    • Entscheidungsdurchführung
    • Kotrolle

Grundsätzliche Entscheidung zum Unternehmenscharakter

Grundsätzliche Entscheidung zum Unternehmenscharakter

  • Kleinst- / Mikrounternehmen → bis zu 9 Angestellte, Jahresumsatz bis zu 2 mill Euro, Bilanzsumme bis zu 2 mill Euro
  • Kleinunternehmen → bis zu 49 Angestellte, Jahresumsatz bis zu 10 mill Euro, Bilanzsumme bis zu 10 mill Euro
  • mittleres Unternehmen → bis zu 249 Angestellte, Jahresumsatz bis 50 mill Euro, Bilanzsumme bis 43 mill Euro
  • Besonderheiten der Kleinunternehmen
    • geschickt gebildete Kooperationen fördern Kleinunternehmer und helfen bei der Auftragserfüllung
    • Kooperationsformen:
      • Gelegenheitskooperation
      • Kooperationsprojekte
      • Netzwerkprojekte
      • Gründungsprojekte
    • Kooperationen sind mittels Medieneinsatz und moderner Kommunikationsmittel auch weltweit möglich
    • Netzwerkcoach → Förderung persönlicher Kontakte, Ausbildung der Fähigkeit zur Konfliktschlichtung
  • Besonderheiten des Mittelstandes
    • Mittelstand = kleine und mittlere Unternehmen → KMU
    • qualitative Abgrenzung → Merkmalskatalog zur Abgrenzung von Mittleren Unternehmen gegen Großunternehmen
    • quantitative Abgrenzung → definiert betriebswirtschaftliche Kennzahlen

Die Geschäftsidee: Entstehung, Entwicklung und Bewertung der Machbarkeit

Die Geschäftsidee: Entstehung, Entwicklung und Bewertung der Machbarkeit

  • Geschäftsidee als solche bildet Aufschlag zur Realisierung der letztendlich aufzunehmenden konkreten unternehmerischen Tätigkeit → wird formal vollständig und externen Interessengruppen gegenüber vorzeigbar durch Aufstellung eine Buisness Plans
  • Buisness Plan als komprimiertes entscheidungsorientiertes Dokument → Festlegung der Geschäftsidee des Initiators, schrittweise Planung und Strukturierung und mit erforderlichen Fachinformationen verdichtet aufbereitet
  • Buisness Plan nach außen kommuniziert sobald er die aus Sicht des Gründers erforderliche Qualität aufweist → wird Machbarkeit des dargelegten Konzeptes positiv bewertet, kann praktische Umsetzung beginnen → Buisness Plan fungiert anschließend als Kontrolldokument, das jederzeit verifiziert werden kann ob das zunächst theoretische Geschäftsmodell wirklich funktioniert
  • Inhaltskriterien eines Buisness Plans:
    • strategische Ausrichtung
      • Solidität des Geschäftsmodells
      • Konsistenz der gesamten Unternehmensstrategie
      • klare Wettbewerbsvorteile und Kundennutzen
      • klare Ziele und Konzepte
    • interne Struktur
      • Teamcharakter, Kompetenz und Seriosität des Managements
      • Vollständigkeit und Integriertheit der Finanz- und Liquiditätsplanung
      • Vorhandensein effizienter interner Organisationsstrukturen
    • Markt und Wettbewerb
      • Neuartigkeit des Produkts
      • Marktpotential und Marktvolumen der Branche
      • Kreativität und Schlagkraft desMarketingkonzeptes
      • Markt- und Konkurrenzanalyse
    • Qualität der Präsentation
      • Qualität der Executive Summary
      • Fokussierung auf das Wesentliche und die Hard Facts
      • klar strukturierter und übersichtlicher Aufbau
      • Dynamik und Seriosität
  • ausführliche, frühzeitige Informationsrecherche in verschiedenen Quellen ratsam → laufende Entwicklungen (regional und global) ständig beobachten und bewerten um auf Wandel rechtzeitig und angemessen reagieren zu können → auch nach Gründung !
  • Tatsächliche Nachfragetrends aufspüren sichert Wettbewerbsvorteile → Veränderungen in Technologie (-ausgestaltung), Alterszusammensetzung der Bevölkerung, Änderung auf Absatzmärkten erkennen und darauf reagieren
  • mittels einer Machbarkeitsprüfung sollen die generierten Ideen im Vorfeld kritisch bewertet werden und durchlaufen dabei häufig einen mehrstufigen Selektionsprozess bis feststeht welche Ideen aller Voraussicht nach das Geschäftskonzept nachhaltig positiv auszeichnen → Machbarkeit nicht nur durch subjektiv und emotional vorbelasteten Existenzgründer eingestuft, sondern durch mehrere unabhängige Personengruppen, die fachnah oder fachfremd sein dürfen
  • auslösende Gründe für Scheitern bei Jungunternehmern → Planlosigkeit, mangelnde Konkretisierung der Geschäftsidee, fehlende Alleinstellungsmerkmale der Produk- und Dienstleistungsanbietenden Unternehmen
  • Aspekte einer Machbarkeitsstudie:
    • Charakterisierung der zu vermarktenden Produkte / Dienstleistungen
      • Patent- und Lizenzfragen klären → verhindert Rechtsunsicherheiten und rechtliche Klagen
    • konkrete, aktuelle Aussagen zum Zielmarkt, Marktanbieter und -nachfrager und wettbewerbsspezifischen Besonderheiten
      • aktuelle valide Daten zu Marktgrößen und -wachstum
      • einschätzbare realistische Aussagen zu Marktentwicklungstendenzen
    • erste konkrete Marketingmaßnahmen und Vertriebsarten
      • Marktsegmentierung → Einschätzung von Zielgruppen und zugehörigem Absatzmarkt
      • eigene Strategie zur Positionierung des Unternehmens gegenüber Wettbewerbern entwickeln
    • Musterkalkulation zu Rentabilität, Mindestumsatz, betriebswirtschaftlich erforderliche Gewinnhöhe über verschiedene Zeiträume → fundamental !
      • Wie hoch muss Monatsumsatz ausfallen, damit nicht nur kostendeckend gearbeitet wird, sondern auch Rücklagen für Krisenzeiten gebildet werden können?
      • Wie hoch fällt Gewinnerwartung aus? Lohnt sich die Unternehmensgründung als Alternative zur Festanstellung?
  • Finanzierungsformen:
    • Beteiligungsfinanzierung oder Kreditfinanzierung
    • Bürgschaft
      • Ausfallbürgschaft
      • Höchstbetragsbürgschaft
      • selbstschuldnerische Bürgschaft

Zentrale Frage: Welche Geschäftsidee setze ich um?

Zentrale Frage: Welche Geschäftsidee setze ich um?

  • Geschäftsidee als als zentraler Anhaltspunkt für die Aufnahme der unternehmerischen Tätigkeit → Geschäftsidee insofern zentrale Bedeutung als dass diese unter Umständen für einen längeren Zeitpunkt die Geschäftsinhalte und deren Entwicklung am Markt nachhaltig auszeichnen → nicht „aus dem Bauch heraus“ sondern mehrere Ansätze gegeneinander abwägen
  • Annäherung an konkrete Geschäftsidee → systematische Suche aber auch zufallsbedingt in unvorhergesehenen Situationen
  • unter Umständen führt ein auslösendes Ereignis dazu dass verstärkt Energie in Entwicklung passender Geschäftsidee investiert wird
  • Selbständigkeit als geplanter Karriereschritt systematisch vorbereitet → Geschäftsideen häufig aus persönlichen Erfahrungen am Arbeitsplatz oder getrieben durch persönliche Interessenlage des Unternehmers
  • Geschäftsideen, die am Arbeitsplatz entstehen sind häufig die erfolgreicheren → Existenzgründer wissen um Verbesserungsmöglichkeiten bestehender Produkte und Prozesse am Markt und mit Spielregeln am Markt vertraut sind und damit umzugehen wissen
  • bereits vorhandene Geschäftsideen können gezielt gesammelt und bewertet werden oder es werden mehr oder weniger zufällig Geschäftsideen generiert
  • Suche nach Erfolg versprechender Geschäftsidee → Maßnahmenplan:
    • Kaufverhaltensbeobachtung / -analyse
    • Identifizierung eines echten Versorgungsmangels
    • Wahrnehmung eines sich verschiebenden Nachfrageverhaltens
    • auf Messen / Ausstellungen gewonnene Anregungen zur Umsetzung einer Geschäftsidee
    • Potential zur Produktverbesserung festgestellt
    • erfolgreiche Geschäftsidee finden und im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten zu imitieren versuchen
  • verschiedene Entwicklungsphasen bei Unternehmensgründung beachten:
    • Ideenfindung
    • Ideenformulierung
    • Ideenumsetzung

Unternehmensgründungsarten

Unternehmensgründungsarten

echte Neugründung
  • frühzeitige, verlässliche Aussagen über Entwicklung des Vorhabens und deren Erfolgsaussichten im Verlauf einer bestimmten Zeitperiode nicht / selten möglich
  • eine durch eine natürliche Person ausgelöste Gründung ist grundsätzlich als selbständige Gründung zu bewerten
  • originäre Gründungsvornahme → Neugründung im klassischen Sinn → Unternehmen wird durch Existenzgründer mit eigenständigen Strukturen neu aufgebaut
  • derivate Gründungsvornahme → fällt inhaltlich in Bereich der Betriebsübernahme bzw. Unternehmensnachfolge

Franchising
  • starke Verlässlichkeit hinsichtlich des Erfolges eines etablierten Unternehmenskonzeptes durch andere Unternehmer
  • kostet eine regelmäßige definierte fixe und variable Franchisegebühr → variable Gebühr orientiert sich an erwirtschaftetem Umsatz
  • kann Einstieg in Selbständigkeit erleichtern, kompensiert aber nicht mangelnde Motivation und kaufmännische Kompetenz
  • zu berücksichtigen sind verhältnismäßig hohe Anfangsinvestition, Kosten während des Geschäftsbetriebes und gewisse Mindestvertragslaufzeit

Betriebsübernahme
  • Achtung! Nicht alle Unternehmen sind wirtschaftlich gesund → Gutachter / neutralen Experten zu Beurteilung / Beratung hinzuziehen
  • hoher Kaufpreis, da bereits vorhandener Kundenstamm besteht

Beteiligung an einem bestehenden Unternehmen
  • als geplanter Schritt auf spätere vollständige Betriebsübernahme geeignet
  • kann gut funktionieren wenn objektiv positive Startbedingungen vorliegen
  • bereits eingeführter verlässlicher Kundenstamm, gut eingearbeitete Mitarbeiter, gewissenhaft aufgebaute Vertriebswege → Vorteile
  • Nachteile → Findung eines adäquaten Kaufpreises schwierig, Regelung zur Übernahme bereits existierender Miet-, Pacht-, Leasing-, Finanzierungsverträgen rechtlich schwierig, evtl. negativ abweichende Bewertung des tatsächlichen Kundenpotenzials, umfangreiche wirtschaftliche Abhängigkeiten die sich nur mittel- bis langfristig verändern lassen
  • Unternehmenszusammenschluss → zwei wirtschaftlich voneinander unabhängige Unternehmen fügen sich zusammen um eine wirtschaftsstärkere Einheit zu bilden ohne ihre originäre Eigenständigkeit aufzugeben → Vorteil → Erhöhung der Wirtschaftlichkeit, Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit
  • Grad des Zusammenschlusses und rechtlich zulässige Zusammenschlusstiefe sind gesetzlich geregelt und weisen auf konkrete Form der Zusammenarbeit hin
    • Kooperation (Zusammenarbeit eigenständiger Unternehmen als Partner)
    • Unternehmenskonzentration (aus mehrere Marktteilnehmern werden weniger Marktteilnehmer)
    • Fusion (rechtlich und wirtschaftlich selbständige Unternehmen verschmelzen zu einem neuen Unternehmen mit eigener neuer Selbständigkeit durch Aufnahme oder Neugründung)
  • Unternehmenszusammenschlüsse nur zulässig wenn diese keine wettbewerbsverzerrende und -beschränkende Wirkung auslösen → Kartellbildung in Deutschland grundsätzlich ausgeschlossen!