søndag 1. mai 2016

Kaufentscheidungstypen

Kaufentscheidungstypen
  • extensive Kaufentscheidungen
    • hoher Informationsbedarf
    • umfangreiche Problemlösungsprozesse (kognitive Beteiligung)
  • habituelles Kaufverhalten
    • gewohnheitsmäßige Marken- / Produktauswahl
    • bei Gütern des täglichen Bedarfs
  • limitierte Kaufentscheidungen
    • resultieren aus Entscheidungsregeln / -mustern, die der Konsument durch Erfahrung aus früheren Käufen erworben hat
  • Impulskäufe
    • spontanes Handeln am point-of-sales
  • Involvementkonzept (=Grad der Ich-Beteiligung)
    • high-Involvement
      • enge Beziehung zu Selbsteinschätzung und Persönlichkeit
      • der Produktauswahl geht ein komplexer Auswahlprozess mit umfangreichen Informationsaktivitäten voraus
      • Käufer empfindet gewisses Risiko durch Kauf
      • z.b. Kauf eines Autos, Hauses...
    • low-Involvement
      • geringes Entscheidungsrisiko
      • begrenzte Entscheidungsprozesse

Kaufverhalten als Informationsgrundlage

Kaufverhalten als Informationsgrundlage

Aspekte des Käuferverhaltens

Phase Entscheidungen
  1. Grundsatzentscheidung über Konsum konsumieren oder sparen
Mengen von Gütern/Dienstleistungen
Zeitpunkt des Konsums
  1. Auswahl von Produktkategorien Prioritäten beim Konsum
Aufteilung verfügbarer Mittel auf verschiedene
Produktkategorien
  1. Produkt-/Markenwahl Auswahl von Produkten / Marken in Abhängigkeit von Bekanntheitsgrad, Präferenzen, ...
  2. Einkaufsverhalten Auswahl des Geschäftstyps für Einkauf
Vergleiche zwischen mehreren Geschäften
Informattionsverhalten im Geschäft
  1. Gebrauch und Entsorgung des Produktes Wann und in welchen Situationen wird das Produkt genutzt
Wann wird das Produkt ausgesondert

  • Grundfragen an Kaufverhaltensforschung:
    • wer kauft?
    • Was wird gekauft?
    • Warum wird gekauft?
    • Wann und wie oft wird gekauft?
    • Wie wird gekauft?
    • Wieviel wird gekauft?
    • Wo und bei wem wird gekauft?
    • Wer beeinflusst den Kaufprozess / Käufer?
  • Partialmodelle
    • SR-Modelle (Stimulus-Response-Modelle)
      • sind Erklärungsansätze in denen das Verhalten (Response) von Menschen auf Stimuli beobachtet und gedeutet wird
    • Black-Box-Modell
      • Stimuli → Black-Box → Response
        Input Konsument Konsumentenverhalten
        Marketinginstrumente Verhalten Kauf / Menge
        situative Umwelteinflüsse Entscheidungsprozess Zeitpunkt / Ort
    • Stimulus-Organismus-Response-Modell (S-O-R-Modell)
      • Stimulus → Konsument / Käufer → Response
        Marketingistrumente Wahrnehmung Kauf
        situative Einflüsse Lernen Menge
        Umwelteinflüsse Gedächtnisleistung Zeitpunkt
Einstellungsänderung Ort
Markenauswahlverhalten
  • zusammenfassend ist das Käuferverhalten gekennzeichnet durch:
    • Kaufverhalten schließt vielfältige Aktivitäten der Käufer ein
    • Kaufverhalten hat Prozesscharakter
    • Kaufverhalten wird von vielen Faktoren beeinflusst
    • in verschiedenen Situationen, bei verschiedenen Personen kann Kaufverhalten (auch bei gleichen Voraussetzungen) unterschiedlich sein
    • Ziel der Organisation ist es das Kaufverhalten (zu ihrem Vorteil) zu beeinflussen

Marktparzellierungsstrategien

Marktparzellierungsstrategien

  • zentrale Frage ist Anzahl der bearbeiteten Marktsegmente und Grad der Differenzierung des Produkt-/Leistungsprogramms bei Marktbearbeitung
  • Marktbearbeitungsalternativen
    • Massenmarktstrategien
      • undifferenzierte Marktbearbeitungsstrategie → Gesamtmarkt wird mit einem Produkt und einem einheitlichen Marketing Mix bearbeitet
      • konzentrierte Marktbearbeitungsstrategie → Unternehmen schränkt Aktivitäten auf einen oder mehrere Teilmärkte ein welche mit einem Produkt und mit einem Marketing Programm bedient werden
    • Marktsegmentierungsstrategien
      • differenzierte Marktbearbeitungsstrategie → alle Teilmärkte abdecken mit auf potentielle Kunden abgestimmten Produkten und Marketinginstrumenten
      • differenziertes, selektives Marketing → Marketinginstrumente selektiv auf einzelne Segmente gerichtet
  • Massenmarktstrategie
    • Unternehmen konzentriert sich auf Gemeinsamkeiten der Kunden eines Marktes (Unifizierung)
    • Vermarktung eines Standardproduktes, welches Durchschnittsbedürfnisse von durchschnittlichen Kunden befriedigen soll
      Schrotflintenstrategie
    • Vorteile:
      • Kostenvorteile durch Massenproduktion
      • Potential des gesamten Marktes ausgenutzt
      • weniger aufwendig, vereinfachter Marketingmix
    • Nachteile:
      • Gefahr Kundenwünsche nicht vollständig zu erfüllen
      • geringer Spielraum bei Preisgestaltung
      • Preiskampf bei dicht besetzten Massenmärkten
      • dauerhaft niedrige Kosten erforderlich
  • Marktsegmentierungsstrategie
    • zielt darauf ab Käufergruppen mit unterschiedlichen Wünschen und Bedürfnissen zu lokalisieren und die Bedürfnisse dann mit genau auf sie abgestimmten Produkten zu befriedigen → Scharfschützenstrategie
    • Marktsegmentierung = Aufteilung / Zerlegung eines Gesamtmarktes in Teilmärkte (Segmente)
    • exaktere / gezieltere Bearbeitung von Zielgruppen
    • Kriterien für Segmentierung von Märkten:
      • Basisanforderungen
        • Relevanz für Kaufverhalten
        • Messbarkeit
        • Erreichbarkeit für Einsatz der Marketinginstrumente
        • Wirtschaftlichkeit
        • zeitliche Stabilität
      • Segmentierungskriterien Hauptgruppen
        • soziodemographische Kriterien
        • psychographische Kriterien
        • Verhaltensbezogene Kriterien
      • soziodemographische Kriterien
        • demographische Merkmale (Alter, Geschlecht, Familienstand)
        • soziale Schicht (Einkommen, Beruf, Ausbildung)
        • geographische Merkmale (Ortsgröße, Stadt, Land, Region)
          leichte Erfassbarkeit und Messbarkeit
      • psychographische Kriterien
        • allgemeine Persönlichkeitsmerkmale (Aktivitäten, Interessen, Werte, Einstellungen, Meinungen)
        • produktspezifische Merkmale (Kaufabsichten, Präferenzen, Motive, Einstellungen)
          basieren auf nicht beobachtbaren Konstrukten → Aufwand für Datenerhebung größer
      • kaufverhaltensbezogene Kriterien
        • Preisverhalten (Preisklassen, -schwellen, Kauf von Sonderangeboten)
        • Mediennutzung (Art und Zahl genutzter Medien, Intensität der Nutzung)
        • Einkaufsstättenwahl (Geschäftstreue, bevorzugte Geschäftsformen, Wechsel der Einkaufsstätten)
        • Produktwahl (Markentreue, Markenwechsel, Kaufvolumen)
          beobachtbar, sind das Ergebnis von Kaufentscheidungsprozessen
    • Segmentierung und Positionierung
      • Produktpositionierungsanalyse
      • Ausgangspunkt ist die subjektive Wahrnehmung des Produktes durch den Konsumenten
      • in einem Eigenschaftsraum werden die Positionen der Produkte (erlebte / wahrgenommene relevante Produkteigenschaften) im Wettbewerbsumfeld abgebildet
      • Anregungen für Produktänderungen / Produktinnovationen können gewonnen werden
      • noch nicht von Produkten / Wettbewerbern besetzte Marktfelder können entdeckt werden
    • Vorteile der Marktsegmentierungsstrategie:
      • hohe Entsprechung der zielgruppenspezifischen Wünsche
      • bessere Möglichkeit der Preiserhöhung
      • Qualitätswettbewerb anstelle von Preiswettbewerb
      • unter Zielgruppengesichtspunkten erhöhte Steuerungsmöglichkeit der Teilmärkte
    • Nachteile der Marktsegmentierungsstrategie
      • Wegfall von Massenproduktion → keine Kostenvorteile
      • höheres Marketing know-how, höherer Marketingaufwand erforderlich
      • z.T. Eingeschränkte Stabilität der Marktsegmente durch Verhaltensänderungen der Konsumenten


  • Marktstimulierungsstrategien
    • Art und Weise der Marktbeeinflussung und Steuerung steht im Fokus
    • zwei Strategiemuster
      1. Präferenzstrategie (Hochpreis / Markenartikelkonzept) → Markenkäufer
      2. Preis-Mengen-Strategie (Niedrigpreis- /Discountkonzept) → Preiskäufer
        zielen auf zwei idealtypische Abnehmergruppen mit unterschiedlichem Verhalten bei Kaufentscheidungen
    • Mittelpunkt der Präferenzstrategie
      • qualitativ hochstehende Produkte mit vom Kunden wahrgenommenen Leistungsvorteil und klarer Positionierung → hoher Preis bei hoher Qualität
      • auch objektiv ähnliche Produkte können in Konsumentenwahrnehmung unterschiedlich werden
      • besondere Bedeutung hat Produktpolitik, Distributionspolitik und Kommunikationspolitik
    • Vorteil der Präferenzstrategie
      • Möglichkeit eine klare, eigenständige Marktposition aufzubauen und sich damit einem reinen Preiswettbewerb zu entziehen
    • Nachteile der Präferenzstrategie
      • hohe Aufwendungen in Aufbau von Marken- und Produktentwicklung
    • Fokus der Preis-Mengen-Strategie
      • niedrige Preise im Wettbewerbsvergleich
      • Zielgruppe ist Preiskäufer
      • Schwerpunkt liegt im Marketingmix → aggressive Preispolitik
    • Vorteil der Preis-Mengen-Strategie
      • weitgehender Verzicht auf aufwendige Marketingmaßnahmen
      • Fixkostendegression
    • Nachteil der Preis-Mengen-Strategie
      • eventuell ruinöser Preiswettbewerb
  • Wettbewerbsstrategien
    • Strategie der umfassenden Preisführerschaft
    • Strategie der Differenzierung
    • Strategie der Konzentration auf Schwerpunkte
  • Marktarealstrategien
    • Bestimmung des geographischen Markt- /Absatzraumes
    • nationale (domestic marketing)
      • lokale Marktbearbeitung
      • regionale Marktbearbeitung
      • überregionale Marktbearbeitung
      • nationale Marktbearbeitung
    • übernationale (international marketing)
      • multinationale Markterschließung
      • internationale Markterschließung
      • Weltmarkterschließung

Marktfeldstrategien

Marktfeldstrategien

  • vier-Felder-Matrix nach Ansoff → Veranschaulichung der grundsätzlichen Produkt-Markt-Kombinationen

  • Strategie der Marktdurchdringung
    • gegenwärtiges Produkt im gegenwärtigen Markt
    • Intensivierungs-/Penetrationsstrategie
    • Ziel → vorhandenes Marktpotential besser ausschöpfen → höhere Erträge
    • grundsätzliche Varianten
      • Erhöhung der Verwendungsrate
      • Abwerbung von Kunden
      • Gewinnung bisheriger Nichtverwender
    • Erhöhung der Verwendungsrate
      • Produktverbesserungen / -modifikationen
      • Vergrößerung von Verkaufseinheiten
      • künstliche Obsoleszenz
      • Erhöhung der Distributionsdichte
      • verstärkter Einsatz von Kommunikationsinstrumenten
    • Abwerben von Kunden
      • Preisunterbietung
      • Anbieten von besseren Konditionen
      • Direktmarketingaktionen
  • Marktentwicklungsstrategie
    • finden von neuen Märkten für bereits existierendes Produkt
    • Hauptansatz
      • Gewinnung noch fehlender geografischer Markträume / Gebiete
      • Erschließung von Zusatzmärkten
      • Schaffung neuer Teilmärkte durch neue Zielgruppen
    • Schwerpunkt der Marktentwicklungsstrategie ist das Schließen von Lücken im vorhandenen Absatzgebiet
    • Zusatzmärkte können auch durch Erweiterung von Produkteignungen, Kreation von neuen Anwendungsbereichen / Finden von Einsatzbereichen für das Produkt entstehen

  • Produktentwicklungsstrategie
    • für vorhandene Märkte nach neuen Produkten suchen
    • neue Produkte = Weltneuheiten, neuartige Produkte, die an vorhandene Produkte anknüpfen (quasi-neue Produkte), nachgeahmte Produkte (me-too Produkte) → Bearbeitung des Marktes als Pionier, Innovator, Nachfolger / Nachahmer
  • Diversifikationsstrategie
    • Unternehmen versucht systematisch neue Produkte in neuen Märkten zu platzieren

Arten der Marketingstrategien

Arten der Marketingstrategien

  1. Marktfeld / Produkt-Marktfeldkombination
    Strategie der Marktdurchdringung, Marktentwicklung, Produktentwicklung, Diversifikation
  2. Gesamtmarketing / Marktparzellierung
    nach Art und Weise der Differenzierung der Marktbearbeitung: Differenzierungsstrategie, Strategie der undifferenzierten Marktbearbeitung, konzentrierte Marktstrategie / Segmentierungsstrategie, Massenmarktstrategie
  3. Marktstimulierung
    Präferenz- und Preis-Mengenstrategie (nach Art und Weise der Marktbeeinflussung)
  4. Wettbewerb
    nach Verhalten und Positionierung gegenüber dem Wettbewerb: Strategie der Kostenführerschaft, Differenzierungsstrategie, Konzentrationsstrategie, Angriffsstrategie, Verteidigungsstrategie, Kooperationsstrategie
  5. Marktareal
    nach Art, Stufen und Gebiet des Marktraumes: national, international, global
  6. Marktlebenszyklus / Produktlebenszyklus
    Strategien für junge, stagnierende und schrumpfende Märkte
  7. Portfoliomanagement
    Investitions- und Wachstumsstrategien, Abschöpfungs- und Desinvestitionsstrategien
  8. Absatzmittelorientierung
    Push-/Pullstrategien, Umgebungs-, Anpassungs-, Konflikt-, Kooperationstrategien

Marketingstrategien

Marketingstrategien

  • Marketingstrategie sind bestimmte langfristige Verhaltensmuster/Verhaltensgrundsätze für das Marketing
  • Grundsatzfragen und -entscheidungen werden definiert und grundsätzliche Stoßrichtungen des Handelns vorgegeben
  • Marketingstrategien sind das Bindeglied zwischen Marketingzielen und Marketinginstrumenten und sorgen dafür dass operative Marketinginstrumente zielgerichtet eingesetzt werden
  • Marketingstrategien haben eine Lenkungsfunktion, führen zu wirtschaftlichem Einsatz der Mittel des Marketingbudgets
  • haben langfristigen Grundsatzcharakter
  • Unterschied zwischen Strategie und Taktik
    • Strategie
      • Grundsatzrichtlinien
      • schwer zu korrigieren
      • oft zeitverzögert wirksam
      • mittel- langfristig orientiert
      • komplex, schlecht strukturiertes Umfeld
      • ganzheitliches Denken
      • qualitative Betrachtung
      • Prognose problematisch
      • Effektivität als Grundorientierung
    • Taktik
      • laufende Handlungen
      • relativ leicht zu korrigieren
      • sofort wirksam
      • kurzfristig orientiert
      • gut überschaubar, strukturiert
      • einzelne Aktionsbereiche im Vordergrund
      • quantitative Betrachtung
      • Effizienz als Grundorientierung

Strategisches Marketing

Strategisches Marketing

  • strategisches Marketing ist die langfristige und ganzheitliche Dimension des Marketing als Führungskonzeption
  • Aufgabe des strategischen Marketings ist es grundsätzliche Erfolgspotentiale des Unternehmens zu entdecken, auszubauen, zu sichern und Risiken zu erkennen und abzubauen
  • Kernaufgabe des strategischen Marketings ist der Aufbau von dauerhaften Wettbewerbsvorteilen, eine zentrale Rolle hat die Entwicklung von Marketingstrategien inne
  • Unternehmen erreichen Wettbewerbsvorteile wenn es ihnen gelingt die Bedürfnisse der Zielgruppe besser zu befriedigen als es die relevanten Wettbewerber können
  • Wettbewerbsvorteile werden erreicht wenn der angestrebte Vorteil
    • für die Zielgruppe relevant ist
    • dauerhaft und langfristig erreichbar ist
    • von der Zielgruppe wahrgenommen wird
    • für das Unternehmen wirtschaftlich realisierbar ist
    • von dem Unternehmen vermittelbar ist
    • einzigartig ist
  • strategische Unternehmensziele sind der Rahmen für die Entwicklung der strategischen Marketingziele
  • strategische Marketingplanung bezieht sich auf SGE, Produkte und Produktgruppen
  • detaillierter Entwurf der Marketinginstrumente ist Gegenstand der operativen Marketingplanung
  • Prozess des strategischen Marketing
    1. Umweltanalyse
      Analyse der internen und externen Umwelt, Stärken/Schwächen/Chancen/Risiken
    2. strategische Unternehmensplanung
      langfristig; festlegen von Unternehmenszweck, -grundsätzen, -identität, -mission; Abgrenzung des Marktes, Definition der strategischen Geschäftsfelder, Bestimmung der strategischen Stoßrichtung und Zuteilung der Ressourcen auf die strategischen Geschäftseinheiten
    3. strategische Marketingplanung
      Festlegen von SGE-Zielen, strategischen Marketingzielen, Entwicklung alternativer SGE-Marketingstrategien, Bewertung der Strategie und Entscheidung, Ableitung der nachgelagerten Strategie für Einsatz der Marketinginstrumente, Festlegen der notwendigen Marketingbudgets
    4. operative/taktische Marketingplanung
      kurzfristig; Festlegen kurz- und mittelfristiger Produkt- und Instrumentenziele, Bestimmung der Marketingmaßnahmen → Marketingmix, Festlegen der notwendigen Budgets
    5. Realisierung
    6. Kontrolle