onsdag 18. mai 2016

Produktpolitik

Produktpolitik

Produktbegriff und Produktebenen
  • marketingbezogene Produktdefinition
    • materielle Sachleistungen
    • Dienstleistungen
    • Kombinationen aus Sach- und Dienstleistungen
    • nicht objektive Produkteigenschaften sind erfolgsentscheidend, sondern der vom Konsumenten wahrgenommene Produktnutzen
  • Nutzen aufgeteilt in
    • Grundnutzen (Dimension Kernprodukt)
    • Zusatznutzen (erweiterte Produktebene)
  • Elemente des Produktnutzens
    • Grundnutzen + Zusatznutzen = Produktnutzen
    • Zusatznutzen = Erbauungsnutzen + Geltungsnutzen
    • Grundnutzen
      • Bedürfnisbefriedigung durch technisch-funktionale Produkteigenschaften
      • z.b. präzise Zeitanzeige bei Uhr
    • Zusatznutzen
      • Bedürfnisse, die über Grundnutzen hinaus gehen werden befriedigt
      • z.b. alle über reine Zeitanzeige hinausgehende Nutzen
    • Erbauungsnutzen
      • Bedürfnisbefriedigung durch ästhetische Eigenschaften des Produktes
      • z.b. Design, Farbe der Uhr
    • Geltungsnutzen
      • soziale / gesellschaftliche Bedürfnisse werden befriedigt
      • z.b. Prestige und Anerkennung durch Tragen einer bekannten Luxusuhr wie z.b. Breitling, Rolex, Tag Heuer
    • Produktnutzen
      • Gesamtheit der Produkteigenschaften, die die Bedürfnisse der Zielgruppe befriedigen
      • gesamte „Erlebniswelt“ des Produktes


  • Entscheidungsfelder der Produktpolitik
    • Produktpolitik im eigentlichen Sinn (technisch funktionale Produktgestaltung)
    • Programm- / Sortimentspolitik (Programm- / Sortimentsbreite und -tiefe)
    • Servicepolitik / Kundendienst (Service vor / nach dem Kauf)
    • Garantiepolitik (gesetzliche / zusätzliche Garantiebestimmungen / -leistungen)
Produktgestaltung
  • technisch funktionale Produktgestaltung = hauptsächlich Ausgestaltung des Grundnutzens (physikalische Eigenschaften) eines Produktes und Produktfunktionalität (Zuverlässigkeit) → Produktqualität
  • marktbezogene Produktentwicklung
    • Anbieter müssen bei Produktgestaltung einige oder alle Sinnesebenen ansprechen
    • Design kann wichtiges Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb sein
    • gutes Design verbessert Aussehen, Funktionalität, Nutzen, Bedienung (Ergonomie) des Produktes
    • Farben lösen aktivierende Prozesse aus, können als soziale Symbole gelten, Zugehörigkeit zu einem Unternehmen oder einer Produktfamilie und ein spezifisches Image ausstrahlen
    • Geruch / Geschmack / haptische (Tast) Eigenschaften → Textilien sollen sich gut anfühlen, Duftstoffe in Geschäften eingesetzt
    • Produktnamen haben eigene Symbolkraft, lösen bei Konsumenten Assoziationen aus
    • Produktname sollte
      • positive Assoziationen auslösen
      • leicht zu merken sein
      • unverwechselbar sein
      • für das Produkt typisch sein
      • werbewirksam sein
      • Emotionalität ermöglichen
      • (bei Bedarf) weltweit zu vermarkten sein
      • rechtlich zu schützen sein
    • Verpackung
      • haben vielfältige Funktionen
        • Schutz / Sicherung bei Transport, Handling und Lagerung
        • Verkaufsförderung
        • Erleichterung im Ge- und Verbrauch durch den Kunden
        • Verkaufseinheit im Handel
        • Informationsträger
        • Umweltgerechtigkeit, Recyclingfähigkeit
        • Wirtschaftlichkeit bei Transport, Handling, Lagerung, Präsentation
Produktinnovation
  • unterschiedlich betrachtet
    • nur får Unternehmen neu (Me-too-Produkte)
    • Marktneuheit
  • Innovationsmanagement ist strategische Aufgabe, kann entscheidenden Wettbewerbsfaktor darstellen
  • Innovationsprozess
    1. Generierung von Produktideen → Marktforschung, Kreativitätstechiken
    2. Grobauswahl der Ideen → diverse Checklisten, Scoring Modelle
    3. Wirtschaftlichkeitsanalyse → Methoden der Investitionsrechnung, Break-even-Analyse, Risikoanalysen
    4. Entwicklung der Produkt- und Marketingkonzeption → Prototypenbau, Produktgestaltung
    5. Produktprüfung → Produkttests, Markttests
    6. Markteinführung → Marketinginstrumente, Projektmanagementtechniken
    7. Kontrolle der Einführung → Soll-Ist-Vergleiche, Marktforschung, Kostenrechnung u.a.
  • Quellen für Produktideen
    • Unternehmensintern
      • Forschungs- und Entwicklungsbereich
      • Mitarbeiter
      • organisiertes Vorschlagswesen
      • Kundendienst
      • Verkaufsmitarbeiter
      • Wertanalysen
      • Qualitätszirkel
    • extern
      • Kunden
      • Lieferanten
      • Kongresse
      • Messen
      • Hochschulen
      • Konkurrenten
      • Berater
      • Lizenzerwerb
      • Reklamationen
      • Fachzeitschriften
      • Internet
  • Gründe für fehlgeschlagene Neueinführungen
    • Überschätzung des Marktpotenzials
    • Me-too-Produkte, die an der Kundenbindung zu vorhandenen Produkten gescheitert sind
    • Wettbewerbsdruck durch neue Konkurrenten
    • Produkte, die Kundenerwartungen nur teilweise entsprechen
    • Produkte mit technischen Qualitätsschwächen
    • Fehler beim Einsatz der Marketinginstrumente (zu hohe Einführungspreise, falsche Werbekampagne, unpassendes Timing...)
Produktvariation
  • ist Veränderung von Produkteigenschaften eines schon am Markt befindlichen Produktes
  • z.b.
    • veränderte (höhere / niedrigere) Produktqualität
    • Änderung der Verpackung
    • Änderung technischer Funktionen
Produktdifferenzierung
  • zu einem am Markt befindlichen Produkt werden parallel mehrere Varianten angeboten, die sich in einem oder mehreren Produkteigenschaften unterscheiden → Produkterweiterung
  • Möglichkeiten zur Differenzierung
    • Unterschiedliche Produkteigenschaften
    • unterschiedliche Funktionen
    • unterschiedliche Farben, Produktnamen, Markierungen
    • unterschiedliche Verpackungsgrößen
    • unterschiedliche Zusatzleistungen wie Kundendienst und Beratung
  • Probleme wenn durch zusätzliche Produktvariationen Fertigung und Marketing immer aufwendiger und komplexer werden → Steigerung der Kosten
  • Gefahr dass Produktvarianten nicht nur neue Käufer finden, sondern dass bisherige Käufer des Produktes eine neue Variante bevorzugen, die evtl. niedrigeren Deckungsbeitrag hat (Produktaustausch → Kanibalismus)
Produktelimination
  • Entfernung eines Produktes aus dem Angebotsprogramm des Unternehmens
  • Gründe
    • Veralterung des Produktes
    • zu geringer Erfolg (Deckungsbeitrag, Gewinn)
    • gesetzliche Veränderungen
    • scheitern bei der Neueinführung
  • zu berücksichtigen sind Verbundeffekte auf die anderen Produkte des Unternehmens, Image, Beschaffungsprogramm, Wettbewerberreaktionen, gewerbliche Schutzrechte, Know-How und Kompetenzen des Unternehmens

Methoden der Informationsgewinnung

Methoden der Informationsgewinnung
  • Sekundärmarktforschung = Auswertung schon vorhandener Daten
  • Primärmarktforschung = Daten werden selbst erhoben / ermittelt
  • Befragung
    • schriftlich
    • telefonisch
    • mündlich
    • standardisiert
    • strukturiert
    • freies Gespräch
    • Omnibusbefragung
    • per Internet
  • Fragebogen
    • geschlossene Fragestellung
      • zwei Antworten zu Auswahl (ja-nein-Antwort)
      • Multiple Choice
      • Likert Skala
      • Semantisches Differetial
      • Gewichtungsskala
      • Rating (Beurteikungsskala)
    • offene Fragestellung
      • unstrukturierte Fragestellung
      • Wortassoziation
      • Satzergänzung
      • Picture-Frustration-Test
      • thematischer Apperzeptionstest
  • Beobachtung
    • Kriterien
      • Häufigkeit (einmalig, mehrmalig, Panel)
      • Strategie (standardisiert, nicht standardisiert)
      • Ort (Feld, Labor)
      • Stellung des Beobachters (an Beobachtung teilnehmend, nicht teilnehmend)
      • Gestaltung (real, experimentell)
      • Form der Datenerfassung (persönlich durch Beobachter, apparativ durch Geräte)
      • Beobachtungssituation (offen für Beobachteten, nicht durchschaubar, biotische (lebensechte) Situation, nicht biotisch)
      • Objekt (Personen, menschliches Verhalten, Sachen z.b. Platzierung von Werbemitteln)
    • Anwendungsgebiete
      • Beobachtung des Kaufverhaltens
      • Beobachtung des Verkaufsverhaltens
      • Beobachtung des Leseverhaltens bei Mediennutzung
      • Kundenlaufstudie im Handel
      • Platzierung von Produkten im Regal
      • Verwendungsverhalten von Produkten
      • Beobachtung von Gestik / Mimik
      • Beobachten und Zählen von Passanten
    • Vorteile
      • keine Verzerrung durch Interviewereinflüsse
      • Auskunftsbereitschaft nicht notwendig
      • reales Verhalten im Feld kann erhoben werden
      • den Probanden nicht bewusste Sachverhalten können beobachtet werden
      • Informationen können unabhängig vom sprachlichen Ausdrucksvermögen der Probanden ermittelt werden
    • Nachteile
      • bestimmte Sachverhalte (Einkommen, Beruf, Motivation) können nicht / nur indirekt beobachtet werden
      • Beobachtungssituationen sind oft nicht wiederholbar / standardisierbar
      • beobachtete Personen können sich bewusst anders verhalten
      • Beobachtete können über Ziele der Beobachtung nachdenken und sich dadurch anders verhalten
      • in bestimmten Situationen sind Probleme durch eingeschränkte Beobachtungskapazität des Beobachters möglich
  • Experiment
    • sollen Kausalzusammenhänge zwischen mindestens zwei Faktoren überprüfen
    • Testobjekte sind
      • Individuen
      • Geschäfte
      • Produkte
    • unabhängige Variablen
      • Proben
      • Displays
      • Werbeanzeigen
    • abhängige Variablen
      • Umsatz
      • Marktanteile
      • Image
    • Arten von Experimenten
      • Befragungs- / Beobachtungsexperimente
      • Feld- / Laborexperimente
      • offene / nicht durchschaubare / biotische / nicht biotische Experimente
    • Grundtypen von Experimenten
      • Produkttest
      • Preistest
      • Verpackungstest
      • Anzeigentests
  • Panel
    • Datenerhebung über längeren Zeitraum bei den gleichen Personen / Unternehmen zu gleichen Themen
    • Panelarten
      • Händlerpanel
        • Einzelpanel
        • Großhandelspanel
      • Verbraucherpanel
        • Vorverbraucherpanel
        • Endverbraucherpanel
          • Haushaltspanel
            • Verbrauchgüterpanel
            • Gebrauchsgüterpanel
          • Einzelpersonenpanel
            • allgemein
            • speziell
      • Spezialpanel
    • Panels liefern wertvolle Informationen
    • meist von Marktforschungsinstituten durchgeführt
    • Probleme
      • Panelsterblichkeit
      • Paneleffekt (overreporting / underreporting)

Kaufverhalten von Organisationen

Kaufverhalten von Organisationen

  • Unterschiede zum Kaufverhalten von Individuen durch höhere Formalisierung und rationalere Prozesse der Entscheidungsfindung
  • Einflüsse aus Umfeld der Organisation
    • Konjunktur
    • wirtschaftliche Aussichten
    • Finanzierungskosten
    • Verfügbarkeit
    • Technologie
    • Fortschritt
    • Politik und Gesetzgebung
    • konkurrierende Unternehmen
  • organisationsspezifische Merkmale
    • Ziele der Organisationsstruktur
    • Beschaffungsrichtlinien und -verfahren
  • Interpersonelle Faktoren
    • Autorität, Status innerhalb der Hierarchie
    • Einfühlungsvermögen und Entegenkommen
    • Überzeugungskraft
    • Zusammensetzung im Buying Center
  • Einflüsse durch das Individuum
    • Person des Verhandlungspartners (Alter, Bildung, Position im Unternehmen)
    • Persönlichkeitsstruktur
    • Risikobereitschaft
  • Kauftyp
    • Wert des Investitionsobjekts
    • Kaufanlass (Erst-, Ersatz-, Erweiterungsinvestition)
    • Innovations- bzw. Wiederholungsgrad
  • Buying Center
    • Personengruppe, die Kaufentscheidungen im Unternehmen trifft
    • 5 Rollen im Buying Center
      • Benutzer (User)
      • Einkäufer (Buyer)
      • Beeinflusser
      • Informationsselektierer (Gatekeeper)
      • Entscheidungsträger (Decision Maker)
    • Buying Center steht oft Selling Center gegenüber
  • Kaufentscheidungsprozess
    • Phasen können sich über mehrere Jahre erstrecken und dutzende Personen involvieren
    • Phasen
      • Wahrnehmung des Problems / Bedürfnisse
      • Angebotserstellung
      • Verhandlungsphase
      • Abwicklungsphase
      • Gewährleistungsphase

Formen der Marktforschung

Formen der Marktforschung
  • Bezugszeitraum (einmalige / permanente Erhebung)
  • Art des Untersuchungsobjekts (ökoskopische / demoskopische Marktforschung)
  • Form der Informationsgewinnung (Primär- / Sekundärforschung)
  • Erhebungsmethode (Befragung, Beobachtung, Experiment, Panel)
  • untersuchte Marketinginstrumente (Produkt-, Preis-, Kommunikations-, Absatzwegeforschung)
  • untersuchte Marktteilnehmer (Konsumenten-, Konkurrenz-, Absatzmittlerforschung)
  • Art der Repräsentanz (quantitative / qualitative Marktforschung)
  • Träger der Marktforschung (Fremd-, unternehmenseigene Marktforschung)
  • Ort der Messung (Feld, Labor)
  • Zielsetzung (explorative, deskriptive, explikative Marktforschung)

søndag 1. mai 2016

Bestimmungsfaktoren des Kaufverhaltens

Bestimmungsfaktoren des Kaufverhaltens

  • Intrapersonale (psychische) Determinanten
    • aktivierende Prozesse
      • Emotionen
      • Motivation
      • Einstellungen
      • Werte
    • Kognitive Faktoren
      • Wahrnehmung
      • Lernen
      • Gedächtnis
  • Interpersonale (soziale) Determinanten
    • näheres soziales Umfeld
      • Familie
      • Peer-Groups
      • sonstige Bezugsgruppen
    • weitere Umwelt
      • Kultur
      • Subkultur
      • soziale Schicht, Rolle, Status
      • Milieu
  • aktivierende Prozesse = Vorgänge die mit inneren Erregungszuständen / Spannungen zusammenhängen und das Verhalten antreiben
  • Grad der Aktiviertheit wird vom Unterbewusstsein gesteuert
  • Aktivierung ist Grundvoraussetzung für gezielte Beeinflussung von Konsumenten → Aktivierungstechniken müssen gezielt angewendet werden um die Aufmerksamkeit des Konsumenten zu erreichen
  • Aktivierung und Aufmerksamkeit werden stark durch das Involvement eines Konsumenten beeinflusst
  • aktivierende Komponenten sind Emotionen, Motive und Einstellungen
  • Emotionen = innere psychische Erregungszustände die von einer Person subjektiv als angenehm oder unangenehm empfunden werden und mehr oder weniger bewusst erlebt werden
    • Emotionen beeinflussen das Kaufverhalten indem sie:
      • Erwerb spezifischer Informationen begünstigen
      • selektive Wahrnehmungsprozesse fördern
      • assoziative Prozesse fördern
      • intellektuelle Prozesse beschleunigen oder hemmen
    • Konsequenzen für das Marketing
      • Emotionen stark im Bereich der Kommunikationspolitik eingesetzt, besonders wenn objektive Produkteigenschaften der Wettbewerbsprodukte sehr ähnlich sind
      • Ansprechen aller Sinne
        • visuell
        • akkustisch
        • haptisch
        • olfaktorisch
        • geschmacklich

  • Motivation = Emotionen sind mit kognitiver Zielorientierung verbunden und treiben das Handeln an
    • Konsequenzen für das Marketing
      • erkennen Unternehmen die Motivationsstruktur der potenziellen Kunden können zielgenau Produkte und Marketingmaßnahmen entwickelt werden
      • Chancen und Risiken entstehen bei Motivationskonflikten beim Kunden
  • Einstellungen = Motivationen verknüpft mit kognitiver Gegenstandsbeurteilung → innere Prädisposition einer Person auf bestimmte Umweltreize konsistent positiv oder negativ zu reagieren
    • 3 Komponenten der Einstellung
      • affektive Komponente → gefühlsmäßige Einstellung zu einem Objekt
      • kognitive Komponente → subjektives Wissen über ein Objekt
      • konative Komponente → Handlungstendenz, Verhaltensabsicht, Kaufbereitschaft
    • Konsequenzen für das Marketing
      • Einstellungen beeinflussen das Verhalten, Verhalten beeinflusst Einstellung
      • mit stärkerer positiver Einstellung gegenüber dem Produkt steigt Kaufwahrscheinlichkeit
      • Aufgabe des Marketing → positive Einstellungen erreichen, negative Einstellungen ändern
  • Werte = konsistentes System von Einstellungen mit normativer Verbindlichkeit
    • fundamentale Werte werden meist während des Aufwachsens durch soziale Gruppen, (Familie, Kulturkreis, Schicht) bestimmt
    • Konsequenzen für das Marketing
      • Werte beeinflussen Kaufverhalten nicht so sehr bei Wahl von einzelnen Produkten sondern bei ganzen Produktgruppen bis hin zu sogenannten Lebensstilen
  • Kognitive Prozesse = Prozesse der gedanklichen Informationsverarbeitung durch die ein Individuum sich selbst und seine Umwelt erkennt und organisiert → Einteilung in Wahrnehmung, Lernen und Gedächtnis
    • Wahrnehmung = Prozess der Informationsverarbeitung
      • Kennzeichen für Wahrnehmung
        • Subjektivität
        • Aktivität
        • Selektivität
      • Konsequenzen für Marketing
        • Marketing muss dafür Sorge tragen, dass Leistung im Sinn des Unternehmens vom Konsumenten wahrgenommen wird
        • Wahrscheinlichkeit, dass ein Stimulus wahrgenommen wird steigt
          • bei aktuellen Bedürfnissen der Konsumenten
          • bei erwarteten Stimuli
          • bei erheblicher Überschreitung des normalen Reizniveaus
    • Lernen = Veränderung des Verhaltens aufgrund von Erfahrungen (Übung, Beobachtung), ist zwischen Informationsverarbeitung und -speicherung positioniert
      • Konsequenzen für das Marketing
        • durch wiederholtes Bewerben eines Produktes soll der Konsument das Produkt mit bestimmten Gefühlen assoziieren → klassische Konditionierung
  • Persönlichkeit = Gesamtheit von relativ stabilen, nicht / sehr schwer zu ändernden langfristigen Verhaltensmustern eines Individuums
    • Konsequenzen für das Marketing
      • Marketing greift im Rahmen der Marktsegmentierung auf ein Konstrukt von Persönlichkeits- / Käufertypen zurück
  • interpersonale / soziale Determinanten
    • Kultur, Subkultur, soziale Schicht
    • Kultur = Übereinstimmung von Verhaltensmustern vieler Individuen
      • kollektive Verhaltensmuster beziehen sich auf großräumig abgegrenzte geografische Gebiete bzw. Sprachgemeinschaften
      • Kultur prägt Konsumverhalten unbewusst
      • für Konsumverhalten relevante Mussnormen sind in Ge- und Verboten verankert
      • Soll- und Kannnormen definieren gewisse Standards
      • ähnliches gilt für Subkulturen als Unterbereiche eines Kulturkreises
      • Subkulturen sind z.B. Religionen, Nationalitätengruppen, Stammeszugehörigkeit, Altersgruppen, geografische Kriterien
    • soziale Schicht
      • bezieht sich auf Position bzw. sozialen Status eines Individuums in einem sozialen System
      • Kriterien für die Zuordnung zu einer sozialen Schicht sind meist Beruf, Ausbildung, Einkommen, teilweise Vermögen, Abstammung, Macht
      • meist Einteilung in Ober-, Mittel- und Unbterschicht
    • Relevanz für das Marketing
      • Messen sozialer Schichten kann Hilfsmittel bei Marktsegmentierung sein
      • unterschiedliche Nutzung von Medien hinsichtlich des Kaufverhaltens
  • Lebensstil = Art der Lebensführung die sich über spezielle Einstellungen, Interessen und Aktivitäten dokumentiert
    • AIO (Activities, Interests, Opinions) Ansatz oft verwendet um Lebensstile zu charakterisieren
    • Lebensstile können können zusammen mit Merkmalen wie Alter, Familienstand, soziale Schicht zur Bildung von Konsumententypen genutzt werden
    • Konsumententypen sind Anhaltspunkte für Produktpositionierung, Zielgruppenbildung und Einsatz der Marketinginstrumente
  • Gruppen und Familie
    • Zugehörigkeiten zu Gruppen hat starken Einfluss auf Kaufverhalten
    • Stärke des Einflusses wird durch Identifikation des Individuums mit Gruppe bestimmt
    • Primärgruppen → zwischen Personen besteht persönliche Beziehung
    • Sekundärgruppen → formaler Zusammenschluss mit gemeinsamer Zielsetzung
    • Bezugsgruppen → geben Normen und Werte vor an denen sich Individuen orientieren auch wenn sie nicht zur Leitgruppe gehören
    • Meinungsführerkonzept → Personen, die im Kommunikationsprozess die Meinung anderer beeinflussen → üben stärkeren Einfluss als andere Personen aus
    • Meinungsführerschaft ist themenbezogen
    • als Meinungsführer nicht nur reale konkrete Personen, sondern abstrakte / fiktive Personen (Testimonials)
  • Rolle und Status
    • Rolle = Verhaltensmuster und Aktivitäten, die andere vom Individuum erwarten und nach denen sich das Individuum verhält
    • jede Rolle ist mit Status verbunden
    • Konsumenten wählen oft Produkte, die Rolle und Status symbolisieren sollen (Statusprodukte)
    • Statussymbole
      • Bekanntenkreis
      • Kleidung
      • Bücher
      • Beruf
      • Gegend
  • ökonomische und situative Faktoren
    • ökonomische Rahmenbedingungen beeinflussen Konsumentenverhalten
    • situative Faktoren (orts- / zeitbezogenes Umfeld des Kaufverhaltens) beeinflussen Kaufentscheidung, schwer zu prognostizieren
  • Kaufentscheidungsprozess
    • Phasenmodell
    1. Wahrnehmung des Bedarfs
    2. Informationssuche
    3. Vergleich / Bewertung der unterschiedlichen Alternativen
    4. Kaufentscheidung
    5. Verhalten nach dem Kauf
→ idealtypisches high-involvement Produkt
    • wichtig dass auch die vielfältigen Aktivitäten vor und nach dem Kauf analysiert werden
    • Kaufphasen in engem Zusammenhang mit Informationsverhalten der Konsumenten
    • Informationsverhalten = Informationssuche, Informationsaufnahme, Informationsverarbeitung

Trends und Entwicklungen im Kaufverhalten

Trends und Entwicklungen im Kaufverhalten
demografische Trends
  • Bevölkerungsüberalterung
  • Zunahme von
  • Einzelpersonenhaushalten
weitere (geografische) Trends
  • Ost-West-Wanderbewegungen
  • Nord-Süd-Wanderbewegungen
  • steigendes Umweltbewusstsein
  • Gesundheitsbewusstsein
  • Individualisierung des Konsumentenverhaltens
  • hybride (gespaltene) Konsumstrukturen
  • Informationsüberlastung der Konsumenten durch Werbung / Massenmedien
  • wachsende Scheidungsraten
  • zunehmende Zahl von Personen mit höherem Ausbildungsstand

Kaufentscheidungstypen

Kaufentscheidungstypen
  • extensive Kaufentscheidungen
    • hoher Informationsbedarf
    • umfangreiche Problemlösungsprozesse (kognitive Beteiligung)
  • habituelles Kaufverhalten
    • gewohnheitsmäßige Marken- / Produktauswahl
    • bei Gütern des täglichen Bedarfs
  • limitierte Kaufentscheidungen
    • resultieren aus Entscheidungsregeln / -mustern, die der Konsument durch Erfahrung aus früheren Käufen erworben hat
  • Impulskäufe
    • spontanes Handeln am point-of-sales
  • Involvementkonzept (=Grad der Ich-Beteiligung)
    • high-Involvement
      • enge Beziehung zu Selbsteinschätzung und Persönlichkeit
      • der Produktauswahl geht ein komplexer Auswahlprozess mit umfangreichen Informationsaktivitäten voraus
      • Käufer empfindet gewisses Risiko durch Kauf
      • z.b. Kauf eines Autos, Hauses...
    • low-Involvement
      • geringes Entscheidungsrisiko
      • begrenzte Entscheidungsprozesse