torsdag 11. januar 2018

psycholexikalische Ansätze


Psycholexikalische Ansätze gehen davon aus, dass die menschliche Sprache für alle persönlichen Eigenschaften, die bedeutsam, interessant oder nützlich sind, im Laufe der Zeit spezielle Wörter entwickelt. Mit ansteigender Wichtigkeit der Eigenschaften, steigt auch die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein gesondertes Wort hervorgebracht wird, und sich somit auch im Wortschatz der jeweiligen Sprache wiederfindet. Allport und Odbert (1936) waren Vertreter der psycholoexikalischen Ansätze und stellten Wortlisten zur Beschreibung von Persönlichkeitsdimensionen auf. Raymond B. Cattell (1945) bearbeitete die ursprünglichen Listen von Allport und Odbert weiter und reduzierte sie, in dem Versuch die Hauptdimensionen zu identifizieren, mittels faktorenanalytischer Verfahren. In den 1980er Jahren gelang dank statistischer Verfahren der EDV die Integration der von Allport und Odbert aufgestellten und von Cattell reduzierten Wörterlisten. Es wurden die Big-Five, also die 5 Grunddimensionen der Persönlichkeit, identifiziert. Das Fünf-Faktoren Modell von Costa und McCrae (1997) ist das derzeit wohl populärste Modell in dieser Kategorie der Persönlichkeitsforschung.
Laut dem Fünf-Faktoren Modell von Costa und McCrae (1997) sind die fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit Neurotizismus, Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Offenheit für Erfahrungen, die von Goldberg (1981) ebenfalls als die „Big-Five“ bezeichnet wurden. Ein Fragebogen zur Erfassung der Big-Five Faktoren ist das NEO Persönlichkeitsinventar nach Costa und McCrae. Die oben angeführten Faktoren sind sehr breit konzipiert, es handelt sich also um sehr abstrakte Beschreibungsdimensionen. Dadurch ermöglicht der facettenorientierte Ansatz des NEO-Persönlichkeitsinventars eine gezielte Analyse der individuellen Binnenstruktur eines Persönlichkeitsbereiches. (Rammsayer & Weber, 2016b, S.102) Das NEO-Persönlichkeitsinventar ist als rein beschreibend anzusehen, es ist Anwendung und Ergebnis eines statistischen Verfahrens, der Faktorenanalyse. Die Ursachen und Wirkung sowie die Entstehung von Unterschieden in den einzelnen Persönlichkeitsdimensionen werden nicht untersucht. Jeder erhobene Persönlichkeitsbereich wird durch Subskalen repräsentiert, die die spezifischen Facetten der jeweiligen Persönlichkeitsdimensionen erfassen sollen. Das NEO-Persönlichkeitsinventar beschreibt sechs Facetten von Extraversion, die angeben, wie Energie in die Außenwelt investiert wird. Die Facetten Herzlichkeit, Geselligkeit und Durchsetzungsfähigkeit beziehen sich auf die Energie, die in den zwischenmenschlichen Bereich investiert wird, während die Facetten Aktivität, Erlebnishunger und Frohsinn beschreiben, wie und in welchem Ausmaß Energie in die äußere Umwelt, außerhalb von zwischenmenschlichen Beziehungen investiert wird. (Lord, 2011, S.27) Das untere Ende der Extraversionsfacette, wird als geringe Ausprägung des gemessenen Merkmals interpretiert, anstatt als Gegenteil. Ein niedriger Wert in Herzlichkeit bedeutet also, dass wenig Energie in zwischenmenschliche Beziehungen investiert wird. Das heißt also, dass weniger Freundlichkeit und Herzlichkeit in der Interaktion mit anderen Personen, nicht aber gleichzeitig mehr Feindseligkeit oder Desinteresse festgestellt werden kann.

neuropsychobiologische Theorie der Extraversion nach Depue und Collins


In den letzten Jahren wird zunehmend das dopanminerge Neurotransmittersystem als ein mögliches biologisches Substrat der Persönlichkeitsdimension Extraversion diskutiert.“ (Rammsayer & Weber, 2016b, S.98) Dieser Ansatz kommt Eysencks Arousal-Theorie sehr nahe, denn Dopamin Neuronen gelten als wichtigste Bestandteile des ARAS. Außerdem haben Dopamin Neuronen weniger spezifische Funktionen inne, als andere Neuronen, sie dienen also als eine Art generelles Regulationssystem für verschiedene Aspekte der Aktivierung. In Experimenten finden sich Hinweise auf eine höhere dopaminerge Sensitivität bei Introvertierten, als bei Extravertierten. (Rammsayer & Weber, 2016b, S.98) In der neuropsychobiologischen Theorie der Extraversion definierten Depue und Collins (1999) Extraversion als Vorhandensein der zwei Charakteristika „interpersonal engagement“ und „impulsivity“. Interpersonal engangement beinhaltet wiederum die Charakteristika affiliation und agency. „Affiliation means enjoying and being receptive to the company of others and agency means seeking social dominance and leadership roles, and being motivated to achieve goals.” (Depue & Collins, 1999) Agentische Extraversion hängt mit dem mesocorticolimbischen Dopaminsystem zusammen, was zu beobachtbaren interindividuellen Unterschieden in Anreizmotivation und kognitiv-behavioraler Flexibilität führt. (Chavnanon, 2011) Extravertierte sind demnach empfänglicher für Belohnungen als für Bestrafungen, wohingegen Introvertierte wiederum empfänglicher für Bestrafungen, als für Belohnungen sind. Laut Depue sind Personen motivierter Ziele zu erreichen und bemühen sich verstärkt um Belohnungen, wenn das Dopmaninsystem aktiviert ist und zeigen folglich verstärkt extravertierte Verhaltensweisen und positive Emotionen. Das von Jan Wacker postulierte psychobiologische Persönlichkeitsmodell (2005) erlaubt die Ableitung von Hypothesen für EEG Untersuchungen. Die Ergebnisse aus den Untersuchungen von Wacker, Chavanon und Stemmler (2006) stützen den Zusammenhang zwischen agentischer Extraversion und dem dopaminergen System. „The present findings provide evidence of a neuroanatomical distinction between the predispositions toward agentic and affiliative extraversion in healthy adults” (Grodin & White, 2015)

Hans Jürgen Eysenck – Hemmungstheorie und Arousal-Theorie der Extraversion


Viele Psychologen haben Persönlichkeitszüge und Persönlichkeit definiert und gemessen. Hans Jürgen Eysenck (1916-1997), als einer der einflussreichsten Vertreter der Persönlichkeitsforschung, fokussierte mehr auf das gesamte Temperament eines Menschen als auf einzelne Charakterzüge. Er war Biologe und glaubte wie Galen und Hippokrates, dass physiologische Faktoren das Temperament eines Menschen beeinflussen. Hippokrates postulierte, dass die Persönlichkeitstypen aufgrund von Mangel oder Überschuss von bestimmten Körperflüssigkeiten entstehen. Galen baute auf dieser Theorie auf und benannte die vier Temperamentstypen Sanguiniker, Choleriker, Phlegmatiker und Melancholiker. Galens Theorie, mit ihrer physiologischen Herangehensweise, sprach Eysenck an, der ebenfalls der Überzeugung war, dass das Temperament eines Menschen physiologisch, genetisch und durch die ihn umgebende Umwelt bestimmt wird. Eysenck vermutete die biologischen Grundlagen für die Typendimensionen in individuellen Unterschieden in neurophysiologischen Erregungs- und Hemmungsprozessen und strebte die Entwicklung einer experimentell-empirisch prüfbaren, biologisch fundierten Theorie, grundlegender Persönlichkeitsmerkmale an. Extraversion nach Eysenck wird definiert als bipolare Dimension mit den Extrempolen Extraversion und Introversion. Extravertierte Personen sind demnach gesellig, lebhaft, aktiv, unternehmenslustig, selbstsicher, sorglos, optimistisch und aufbrausend, wohingegen introvertierte Personen als zurückaltend, schweigsam, verschlossen, introspektiv, zurückgezogen gesehen werden, die ihre Gefühle unter Kontrolle halten und gern voraus planen. Nach Eysenck stellt die Dimension Extraversion neben den Dimensionen Neurotizismus und Psychotizismus eine übergeordnete Persönlichkeitsdimension dar, die eine hierarchische Binnenstruktur aufweist. Extraversion setzt sich aus vier Hierarchieebenen zusammen. Das Verhalten einer Person in einer bestimmten Situation, also das konkrete Verhalten einer Person in einer ganz spezifischen Situation, stellt die erste Hierarchieebene dar (z.B. Eine Person tritt lebhaft in einer Diskussion auf). In der zweiten Ebene befindet sich das Verhalten einer Person in ähnlichen Situationen. Ist das Verhalten einer Person über ähnliche Situationen hinweg konstant handelt es sich um eine Gewohnheit (z.B. Eine Person tritt immer in Diskussionen lebhaft auf). Von einem Persönlichkeitsmerkmal wird gesprochen, wenn das Verhalten einer Person über verschiedene Situationen hinweg konstant ist, was der dritten Hierarchieebene entspricht (z.B. Eine Person tritt über unterschiedliche Situationen hinweg lebhaft auf, auch außerhalb von Diskussionssituationen). Die Persönlichkeitsmerkmale werden als Faktoren erster Ebene, als Primärfaktoren, bezeichnet. Korrelieren die verschiedenen Persönlichkeitsmerkmale positiv miteinander, haben sie also eine hohe Ausprägung, ist die Ausprägung der jeweiligen Persönlichkeitsdimension hoch (Hierarchieebene vier) wird z.B. eine Person als kontaktfreudig, aktiv und lebhaft beschrieben, ist die Ausprägung der Dimension Extraversion hoch. (Rammsayer & Weber, 2016b, S.94) Eysenck betonte die Bedeutung von Fragebögen, zusätzlich zu experimentellen Untersuchungsstrategien und war der Auffassung, dass sich beide Methoden ergänzen. Die fragebogenbasierenden Methoden stellen einen korrelativen Ansatz dar, mit dem Ziel interindividuelle Differenzen zu erfassen. Experimentelle Methoden sollen interessierende Variablen gezielt manipulieren.

1.2.1 Die Hemmungs-Theorie der Extraversion

Eysencks Hemmungstheorie der Extraversion von 1957 dient gemeinsam mit der Arousal-Theorie der Extraversion zur biologischen Einbettung der Extraversion und basiert auf Pawlows Konzept der Erregung und Hemmung (1927) und dessen Weiterentwicklung durch Hull (1943). Eysenck nahm an, dass extravertierte Personen zur Ausbildung schnell aufgebauter intensiver und langsam abklingender inhibitorischer Potenziale und schwacher exzitatorischer Potenziale neigen, wohingegen Introvertierte, nach Eysenck zur Ausbildung starker, lang anhaltender exzitatorischer und langsam einsetzender, schwacher inhibitorischer Potenziale neigen. Untersuchungen zum Reminiszenz- und Konsolodierungseffekt zeigten bei extravertierten Versuchspersonen, einen höheren Leistungszuwachs als bei introvertierten, was durch den Auf- und Abbau leistungshemmender inhibitorischer Potenziale erklärt wurde, die bei Extravertierten schneller erfolgen sollte, als bei Introvertierten und daher eine größere Leistungssteigerung bei den extravertierten Versuchspersonen bedingen sollte. (Rammsayer & Weber, 2016b, S.96) Die Hemmungstheorie der Extraversion hat sich etwas später als unzulänglich erwiesen, da das Hemmungskonzept unklar blieb, das Erregungs- und Hemmungsgleichgewicht lediglich eindimensional war und keine Annahmen über das zentralnervöse System als Grundlage für Unterschiede in den individuellen Extraversionsniveaus gestellt wurden. Aufgrund dieser Kritikpunkte entwickelte Eysenck 1967 die Arousaltheorie der Extraversion.

1.2.2 die Arousal-Theorie der Extraversion

Die Arousal-Theorie der Extraversion ist ein modifiziertes biologisches Extraversionsmodell und basiert auf weniger Zusatzannahmen als die Hemmungstheorie. Außerdem gibt es mehr experimentelle Befunde zu Verhaltensunterschieden. „Nach Eysencks Vorstellung löst afferenter sensorischer Input im ARAS neuronale Aktivität aus, die ihrerseits zu einer Erregungszunahme in verschiedenen kortikalen Hirnregionen führt.“ (Rammsayer & Weber, 2016b, S.97) Demnach postuliert die Arousal-Theorie also das ARAS (aufsteigendes retikuläres Aktivierungssystem), das im Hirnstamm lokalisiert ist und ein komplexes neuronales Netzwerk darstellt, als neuroanatomisches Substrat der Extraversion. Laut der Arousal-Theorie unterscheiden sich Introvertierte und Extravertierte in ihrem generellem Aktivierungsniveau. Introvertierte sind demnach grundsätzlich stärker habituell aktiviert und haben eine niedrigere Erregungsschwelle, als Extravertierte, sie weisen also eine größere Responsivität gegenüber sensorischer Stimulation auf und bereits schwache Reize können das ARAS überschwellig erregen. (Rammsayer & Weber, 2016b, S. 97f.) Introvertierte sind folglich chronisch reizüberflutet, erreichen ihr optimales Erregungsniveau zeitiger und versuchen aufgrund dessen, Situationen mit zu starker Stimulation zu vermeiden. Bei Extravertierten vermutete Eysenck hingegen eine höhere Erregungsschwelle des ARAS. Extravertierte erleben folglich verminderte Erregungsprozesse durch die Umwelt, in Verbindung mit hemmenden Impulsen des Körpers. Demzufolge suchen extravertierte Personen verstärkt nach Situationen mit hoher Stimulation. Diese Annahmen wurden mittels verschiedener psychophysiologischer Verfahren, wie Untersuchungen zur EEG Hintergrundaktivität, ereigniskorrelierten Potenzialen (z.B. N100, P300-Komponente) und mittels Magnetresonanztomografie, nachgewiesen. (Rammsayer & Weber 2016b; Rammsayer & Weber, 2016c; Kumari, Ffytche, Williams & Gray, 2004)

Carl Gustav Jungs Theorie der Persönlichkeitstypen


Carl Gustav Jung (1875-1961) unterteilte Menschen in zwei Einstellungstypen, die er als Introversion und Extraversion bezeichnet. „Jung skiller mellom to forskjellige holdninger til livet, to måter å reagere på i bestemte situasjoner, og disse finner han tilstrekkelig markert og utbredt til å beskrive som typiske.“1 (Fordham, 1964, S.27) Die extravertierte Person ist demnach vor allem nach Außen orientiert, die introvertierte Person hingegen, wird von inneren, subjektiven Faktoren gelenkt. Introvertierte Personen orientieren sich also vornehmlich an ihrer eigenen Innenwelt. (Hyde & McGuinness, 1996, S.77) „Introversjon er vanligvis kjennetegnet ved en innadvendt, nølende, reflekterende og tilbaketrukket natur, som holder seg for seg selv, og som alltid er litt på defensiven“2 (Sharp, 1992, S. 12) „Ekstraversjon er derimot karakterisert ved en utadvendt, åpen og imøtekommende natur, som raskt tilpasser seg situasjoner, som lett binder seg til ting og folk og som med en ofte uforsiktig selvsikkerhet skyver all tvil til side“.3 (Sharp, 1992, S.13) Zusätzlich zu den Einstellungstypen Extraversion und Introversion, verwendet Jung noch 4 Bewusstseinstypen, die Gegensatzpaare Denken und Fühlen, sowie Empfinden und Intuition, in seiner Typologie. In Kombination mit den Einstellungstypen ergeben sich 8 psychologische Typen, die Jung in seiner Persönlichkeitstypologie näher beschreibt und denen er bestimmte Charaktereigenschaften zuweist. Der extravertierte Denktyp ist demnach charakterisiert durch Objektivität und Produktivität, der extravertierte Fühltyp wird als kontaktfreudig, angepasst und konventionell beschrieben. Der extravertierte Empfindungstyp ist als realistisch, kritiklos und genussorientiert, der extravertierte Intuitionstyp wird hingegen als spekulativ und inspirierend charakterisiert. Parallel zu den Typen der Extraversion, finden sich die gegensätzlichen Charaktereigenschaften bei den jeweiligen Introversionstypen. So wird der introvertierte Denktyp als kreativ und wirklicheitsfremd, der introvertierte Fühltyp als still, unzugänglich und tiefgründig, der introvertierte Empfindungstyp als verschlossen und passiv und der introvertierte Intuitionstyp als visionär und künstlerisch charakterisiert. („Das Resultat psychischer Intution“, 05.12.2017) Jung sah sowohl introvertierte als auch extravertierte Personen, als normale gesunde Mitglieder der Gesellschaft an, die jeweils konstitutionell disponiert sind, ihre Umwelt unterschiedlich zu erleben. (Bennett, 2002, S.51) In Jungs Persönlichkeitspsychologie, finden sich auch keinerlei Hinweise auf körperliche Charakteristika der unterschiedlichen Persönlichkeitstypen, wie sie in anderen, früheren Persönlichkeits-Typologien zu finden sind. (Bennett, 2002, S.56) Auch sieht Jung die Persönlichkeitstypen zwar als relativ stabil über die Zeit, aber nicht als unveränderlich, an, demnach kann eine junge Person die eher introvertiert ist, im Alter vielleicht den Extravertierten zugeordnet werden.
Basierend auf Jungs Theorie der Persönlichkeitstypen entwickelten Katherine Briggs (1875-1968) und ihre Tochter Isabel Myers (1897-1980) Einzelfragen um die einzelnen Persönlichkeitstypen erfassbar und nachweisbar machen zu können. Der Myers-Briggs-Typen-Indikator (MBTI) ist heute einer der am meisten genutzte Persönlichkeitstests. Die Einzelfragen des Tests sollen sowohl die Einstellungsdimensionen Extraversion (E) und Introversion (I) als auch die Bewusstseinsfunktionspaare Denken (T) und Fühlen (F) sowie Empfinden (S) und Intuition (N) erfassen. Außerdem wurde durch die Autorinnen eine 4. Dimension eingeführt, das Gegensatzpaar Urteilen (J) und anpassendes Wahrnehmen (P). Die Dimension Extraversion – Introversion erfasst, ob eine Person von ihrer äußeren Umwelt oder durch ihre innerer Erlebenswelt motiviert ist. Die Dimension Empfinden – Intuition soll erfassen, wie eine Person die Umwelt wahrnimmt. Der S-Typ achtet dabei auf Fakten und Details und die Realitäten des Hier und Jetzt, wohingegen der sich N-Typ eher auf die Verbindung zwischen Fakten, Vorstellungen und Ideen konzentriert. Die Dimension Denken – Fühlen erfasst die Form der Entscheidungsfindung einer Person. Der T-Typ entscheidet auf Grundlage von Fakten logisch, ruhig und analytisch. Der F-Typ hingegen trifft Entscheidungen hauptsächlich aufgrund emotionaler Eindrücke, ist eher sensibel und mitfühlend und lässt sich von der situativen Stimmung beeinflussen. Die Dimension Beurteilen – anpassendes Wahrnehmen erfasst Entscheidungssituationen in denen sich jemand besonders wohl fühlt. Während der J-Typ strukturierte, vorhersagbare Umgebungen bevorzugt, und sich vorsichtiger und teilweise gehemmter verhält, fühlt sich der P-Typ eher in offenen, flexiblen Umgebungen wohl, ist spontaner und handelt manchmal sorglos. Aus den Kombinationen der Dimensionen ergeben sich 16 Typen, jede Person kann also einem Persönlichkeitstyp zugeordnet werden, der mit 4 Buchstaben bezeichnet ist, die jeweils einem der Gegensatzpaare entsprechen (z.B. INFP). C.G. Jung ordnete jeder Person einer der Kategorien eindeutig zu, dementsprechend verwendet der darauf basierende MBTI keine kontinuierlichen Skalen, sondern dichotome Variablen in jeder der Persönlichkeitsimensionen, eine Person ist also entweder introvertiert oder extravertiert. Vereinfachte Versionen des MBTI sind kostenlos im Internet zugänglich, im Original ist das MBTI allerdings streng urheberrechtlich geschützt.
1Jung unterscheidet zwischen zwei Haltungen zum Leben, zwei Arten in bestimmten Situationen zu reagieren, und die findet er ausreichend markant und verbreitet, um sie als typisch zu beschreiben. (Übers. v. Verf.)
2Introversion ist normalerweise gekennzeichnet durch eine nach Innen gewandte, zögerliche, reflektierende und zurückgezogene Natur, die allein bleibt und immer ein bisschen defensiv ist. (Übers. v. Verf.)
3Extraversion hingegen, ist charakterisiert durch eine nach Außen gewandte, offene und entgegenkommende Natur, die sich rasch an Situationen anpasst, sich leicht an Dinge und Menschen bindet und mit einer oft unvorsichtigen Selbstsicherheit, jeglichen Zweifel ignoriert. (Übers. v. Verf.)

onsdag 14. juni 2017

Zusammenfassende Diskussion und Ausblick

Zusammenfassende Diskussion und Ausblick

  • DIN-Ansatz als neuer Ansatz der Qualitätssicherung
  • DIN 33430 und die Folgeinitiativen
    • Checklisten
    • Fortbildungen
    • Zertifikate
    • Lizenzprüfungen
    • Anwendung der DIN 33430 auf Testbeurteilungen
  • Orientierung am Bedarf der Praxis durch die DIN
    • Transfer von Kenntnissen der Wissenschaft
    • Verpflichtung auf Informations- und Feedbackansatz
  • Zielstrebigkeit, der diagnostischen Akteure soll entsprechend der Goal Settin Theory durch die Formulierung von
    • anspruchsvollen
    • spezifischen
    • konkreten
    • positiv formulierten Zielen, die
    • in zeitlicher Nähe liegen
    gefördert werden
  • die Bildung derartiger Ziele wird durch die DIN selbst sowie durch Checklisten zur DIN 33430 unterstützt
  • die Checklisten, Lizenzprüfungen, Zertifizierungen eröffnen den Diagnostikern darüber hinaus die Möglichkeit, ein unmittelbares Feedback über die Qualität ihrer Kenntnisse und / oder Prozesse zu erhalten
  • das zukünftige Arbeitsprogramm sieht die folgenden 12 Elemente vor
    1. die eignungsdiagnostische Leistung sollte zukünftig stärker mit sozialer und wissenschaftlicher Anerkennung verknüpft werden → Anerkennung und Wettbewerb
    2. ein erfolgskritischer Punkt ist die Kommunikation der DIN 33430 und ihrer Begleit- und Folgeinitiativen. Es ist wenig hilfreich, ständig Defizite der diagnostischen Praxis in einer Weise zu adressieren, die als scharfe Kritik und Herabsetzung empfunden wird. Herabsetzende Kritik erhöht das Bedürfnis nach Selbstschutz und Reaktanz. Als Reaktanz vermindernd sieht Klehe (2004) hingegen eine explizite Kombination (balancing) der bislang geübten Praxis mit neuen, qualitativ hochwertigen Methoden. Die DIN 33430 sollte in der Praxis als eine Chance und Ressource und nicht als Bedrohung wahrgenommen werden. Zielgruppe der Kommunikation sind alle im Bereich der Eignungsdiagnostik tätigen Personen → Kommunikation
    3. um den Transfer der wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Praxis zu verbessern und zu verstetigen, müssen Wissenschaftler in ihrem System Anerkennung finden, wenn sie sich für einen entsprechenden Transfer engagieren. Die angewandten Wissenschaften und die Grundlagenwissenschaften sind dabei als gleichwertig wertvoll anzusehen. → mehr Pluralismus in der Wissenschaft
    4. Notwendig ist der Ausbau des Angebots an postgradualen Weiterbildungen für Psychologen einerseits und einer Qualifizierung von Nichtpsychologen andererseits im Sinne der Fortbildungs- und Prüfungsordnung zur Personenlizensierung für berufsbezogene Eignungsbeurteilungen nach der DIN 33430 der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen → Fortbildung und postgraduale Weiterbildung
    5. eine große Gefahr geht von unseriösen Zertifizierern aus, die aus eigenwirtschaftlichen Interessen minderwertige Qualität mit dem Mantel der DIN-Kompatibilität beschönigen → Präsenz bei Zertifizierungsverfahren
    6. das neue Testbeurteilungssystem des Testkuratoriums der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen welches die DIN 33430 einbezieht und somit die DIN 33430 über den Anwendungsbereich der Eignungsdiagnostik hinaus nutzt bedarf der Etablierung und gesellschaftlichen Kommunikation → Informationen und Beurteilungen von Tests
    7. neben dem deutschsprachigen Informationssystem über Tests wird ein Publikationsforum für anwendungsorientierte diagnostische Arbeiten benötigt, das idealerweise unbeschränkt und online zugänglich sein sollte → Publikationsforum für Diagnostik
    8. hilfreich wäre die Einrichtung einer Organisation, die Anwender, Diagnostikanden und berechtigte Interessenten in allen Fragen der Psychodiagnostik neutral berät, als Ombudsmann fungiert und die insgesamt in Deutschland vergleichbare Aufgaben wahrnehmen kann wie der Educational Testing Service in Nordamerika oder die National Foundation for Educational Research in Großbritannien → Institutionalisierung
    9. andere Anwendungsbereiche der psychologischen Diagnostik sind aufgerufen zu prüfen, ob sie neben den testbezogenen Aussagen auch weitere Elemente oder Grundgedanken der eignungsdiagnostisch orientierten DIN 33430 nutzen können → DIN 33430 nicht nur für Eignungsdiagnostik
    10. die DIN 33430 selbst bedarf langfristig einer Überarbeitung, die vor allem eindeutiger definiert, was unter Verfahren zu verstehen ist. Gegebenenfalls sollten die einzelnen Anforderungen verfahrensspezifisch formuliert werden, selbst wenn damit Redundanzen einhergehen → Überarbeitung der DIN 33430
    11. bevor man die nationale Norm optimiert, sind die Möglichkeiten und Grenzen einer internationalen Harmonisierung der weltweiten Initiativen zur Qualitätssicherung und -optimierung im Bereich der psychologischen Diagnostik auszuloten → Internationalisierung
    12. dringender Forschungsbedarf besteht hinsichtlich des Verhaltens der für die Auswahl diagnostischer Verfahren und Prozesse zuständigen Entscheider. Die zukünftige Forschung sollte die vorhandene oder fehlende Rationalität der diagnostischen Entscheider systematisch ausloten und dabei die Beziehungen des Entscheidungsverhaltens zu differentiell-psychologischen sowie organisationalen Variablen herausarbeiten → Psychologie der Personaler

DIN 33430 und die Beurteilung der Qualität von Tests

DIN 33430 und die Beurteilung der Qualität von Tests

  • die DIN 33430 kann nicht als Testbeurteilungssystem genutzt werden, kann aber eine fundamentale Bedeutung für die Testbeurteilung erlangen
  • Ausgangssituation
    • mit der steigenden Einsatzhäufigkeit und Akzeptanz von Tests steigt auch der Bedarf nach Informationen über Tests und die Beurteilung von Tests
    • der Testmarkt ist weitgehend intransparent → Informationen sind nur schwer auffindbar und von sehr heterogener Qualität
    • Texte zu Informationen über Tests und Beurteilungen von Tests werden nicht zentral, sondern verstreut publiziert, wodurch der Zugriff erschwert wird
    • Tests von rein kommerziell orientierten Organisationen bleiben weitgehend unberücksichtigt, einseitige Konzentration auf Tests, die an der Uni konstruiert wurden
    • häufig werden Tests rezensiert, die in der Praxis vergleichsweise selten genutzt werden, während die in der Praxis häufig eingesetzten Tests nicht rezensiert werden
  • Bedeutung der DIN 33430 zur Testbeurteilung
    • die DIN 33430
      • ist eine Prozess- und keine Produktnorm
      • bezieht sich auf berufsbezogene Eignungsbeurteilungen, nicht auf Tests
      • bezieht sich auf alle Verfahren der Eignungsbeurteilung
    • die Verfahrenshinweise geben dem Anwender nach DIN 33430 eine Anleitung, wie mit dem einungsbeurteilenden Verfahren umzugehen ist, um gültige Ergebnisse zu erhalten
    • außerdem geben die Verfahrenshinweise Informationen über alle theoretischen und empirischen Grundlagen des eignungsbeurteilenden Verfahrens einschließlich seiner Interpretation
    • die Teilmenge der Aussagen der DIN 33430, die sich auch Verfahrenshinweise beziehen, wurde zur eigenständigen Checkliste „Anforderungen an Verfahrenshinweise“ zusammengefasst
    • die DIN 33430 fordert von den Testautoren und / oder -vertreibern umfassende Informationen zu Konstruktion und empirischen Überprüfungen, sowie zur Anwendung, Auswertung, Interpretation der Verfahren
    • es geht von der Forderung nach einer transparenten Informationspolitik über die Forderung nach umfassenden Informationen zu den empirischen Untersuchungen, aus denen die Verfahrenskennwerte abgeleitet wurden, bis hin zur Pflicht, über den empfohlenen Umgang mit nicht bearbeiteten Testaufgaben / Items zu informieren
    • Verfahrenshinweise, die diesen umfangreichen Anforderungen nicht gerecht werden, entsprechen nicht der DIN 33430 → ein Prozess, bei dem ein Test mit derartig unzureichenden Verfahrenshinweisen eingesetzt wird, kann nicht der DIN 33430 entsprechen
    • DIN 33430 beseitigt das Informationsdefizit, indem sie umfangreiche Informationen zum Verfahren einfordert → der DIN 33430 liegt ein Informationsansatz zugrunde
    • erst auf Basis der geforderten Informationen entsprechend der genannten Checkliste kann ein Sachverständiger den Test bewerten
    • Sachverständig ist, wer über die erläuterten Kenntnisse im Sinne der Qualitätsanforderungen der DIN 33430 an den Auftragnehmer erfüllt → einzelne Begleit- und Folgemaßnahmen sind miteinander verzahnt
    • die Testbeurteilung erfolgt nicht nach der DIN 33430, sondern die Testbeurteilung erfolgt aufgrund von Informationen, die nach der DIN 33430 zu einem Test vorliegen müssen
    • sind zentrale Informationen nicht vorhanden, führt dies automatisch zu einer negativen Beurteilung → DIN 33430 eignet sich zu einem raschen negativ Screening von Tests und als Vorbereitungsstufe einer Testbeurteilung ohne selbst ein Testbeurteilungssystem zu sein
    • die DIN 33430 zielt auf eine Prozesslenkung, nicht auf eine Prüfung am Ende der Produktionskette
    • nach der DIN 33430 ist nicht ein Test an sich problematisch, sondern der Gebrauch der von diesem Test gemacht wird, kann problematisch sein
    • in diesem Sinne sind die Verfahrenshinweise auch eine Gebrauchsanweisung, die über das Produkt und seinen Gebrauchswert informiert
    • für die Verfahrenshinweise sollen im Sinne eines Reporting diejenigen Informationen erarbeitet und systematisch sowie empfängerorientiert aufbereitet werden, die für eine Entscheidung über den Testeinsatz sowie für den Testeinsatz selbst notwendig sind
  • das Testbeurteilungssystem des Testkuratoriums
    • TBS-TK = Testbeurteilungssystem des Testkuratoriums
    • umfasst 3 Stufen
      • Stufe 1 → Prüfung der Informationsgrundlage nach DIN 33430
        • nur diejenigen Aussagen der DIN 33430 relevant, die sich auf die Verfahrenshinweise beziehen und die über den Anwendungsbereich Eignungsbeurteilung hinweg Geltung beanspruchen können
        • Grundlage der Prüfung auf Stufe 1 ist die Checkliste 1 der Publikation DIN Screen
        • der Bericht über die Prüfung nach Stufe 1 kann sich auf Aspekte beschränken, zu denen die nach DIN 33430 geforderten Informationen in den Verfahrenshinweisen fehlen
        • die erste Prüfstufe endet mit der Feststellung, ob er Test nach Ansicht der Rezensenten prüffähig ist
        • ein Test, der in diesem Sinne nicht prüffähig ist, erhält ohne weitere Begutachtung eine negative Gesamtbeurteilung
        • das Urteil zur Prüffähigkeit ist ein qualitatives Werturteil der Rezensenten und wird nicht allein aufgrund von Auszählungen der positiv und negativ beantworteten Aussagen in der Checkliste bestimmt
      • Stufe 2 → Testbeschreibung nach einem vorgegebenen Raster und unter Berücksichtigung der Datenkompatibilität
        • es erfolgt eine Testkategorisierung und es werden formale Datenbankangaben getroffen
        • das Kategorisierungssystem des ZPID wird genutzt
        • zur Wahrung internationaler Kompatibilität werden zusätzlich noch datenbankfähige Informationen im Sinne des EFPA Systems verlangt
      • Stufe 3 → Testbeurteilung und Rezension durch zwei unabhängige Rezensenten auf der Grundlage einer Beurteilungsrichtlinie
        • stellt die eigentliche Testbeurteilung dar
        • Beurteilungsrichtlinie → Objektivität und Vergleichbarkeit der Rezensionen werden erhöht, obwohl die Beurteilung ein subjektives Werturteil der Rezensenten bleibt
        • eine Bewertung allein aufgrund der nominellen Ausprägung der Testgütekriterien ist im TBS-TK System nicht vorgesehen
        • die Beurteilung eines jeden Tests erfolgt durch zwei zunächst unabhängig voneinander arbeitende Reviewer
        • es werden 7 Beurteilungskategorien vorgesehen, zu jeder Beurteilungskategorie sind die Nummern der Aussagen der DIN Checkliste DIN Screen eingetragen
        • in vier Fällen müssen die Rezensenten zusätzlich zum Freitext ihre Beurteilung auf einer Skala ausdrücken
        • die Beurteilungsskala sieht vier Abstufungen vor
          • voll
          • weitgehend
          • teilweise
          • nicht
        • der Umfang des Rezensionstextes pro Kategorie ist ebenfalls geregelt

Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430

Begleit- und Folgemaßnahmen zur DIN 33430

  • die DIN 33430 allein erzielt keine ausreichende Wirkung → formuliert lediglich Wissensbestände → Wissen allein ist selten Auslöser für eine Verhaltensänderung → mithilfe von Begleit- und Folgemaßnahmen wird die DIN 33430 konkret anwendbar
  • gemäß der „Goal Setting Theory“ sollten Ziele
    • anspruchsvoll
    • spezifisch
    • konkret
    • positiv formuliert werden
    • die Zielerreichung sollte in zeitlicher Nähe liegen
  • die in der DIN 33430 genannten Ziele bleiben aber abstrakt
  • Aussagen zur Prüfung der Zielerreichung werden nicht getroffen
  • durch den Text der DIN 33430 allein erhalten Praktiker kein Feedback über die Qualität ihrer aktuellen Arbeit
  • damit das abstrakte Ziel der DIN 33430 motivierend und handlungssteuernd werden kann, sollte es in Teilziele herunter gebrochen werden, außerdem sollten Mechanismen etabliert werden, die den Handelnden ein Feedback über die Diskrepanz zwischen Soll- und Istwert bzw. über die Zielerreichung geben → erfolgt über Checklisten, Lizenzen, Zertifikate, Beurteilungen durch Fachexperten

Checklisten zur DIN 33430

  • Checklisten geben ein unmittelbares Feedback → DIN 33430 setzt einen Qualitäts-Sollwert
  • die Wahrnehmung des Ist- und Sollwertes kann durch Checklisten unterstützt werden
  • Checklisten zur DIN 33430 ermöglichen eine erste Prüfung und eine Überwachung der Qualität von Verfahren und deren Einsatz bei beruflichen Eignungsbeurteilungen
  • die Anwendung kann auf mögliche Qualitätsmängel aufmerksam machen, so dass in der Folge die Ursachen mangelnder Qualität beseitigt werden können
  • bisherige Checklisten
    • Leitfaden zur Konformitätsprüfung
    • PdZ-Screening
    • Checkliste zur DIN 33430
    • Themenkatalog des TÜV zur Umsetzung der DIN 33430
    bilden DIN 33430 vollständig ab
  • die Checkliste „DIN Screen“
    • die Checkliste DIN Screen setzt sich aus 318 Prüfaussagen zusammen, deren Grundlage die DIN 33430 ist → bildet alle normativen Aussagen der DIN 33430 ab
    • nicht berücksichtigt wurden das lediglich Informationszwecken dienende Glossar im Anhang und die Kapitel 1-3
    • DIN Screen beschreibt den Soll-Wert
    • die Qualitätsprüfer können in Selbst- und Fremdbeurteilung anhand von DIN Screen kontrollieren, ob die Anforderungen der DIN für einen konkreten Fall erfüllt sind
    • bei einem Prozess der beruflichen Eignungsbeurteilung, der den Anforderungen der DIN 33430 entspricht, ist daher zu erwarten, dass alle Aussagen zutreffend sind
    • Aussagen, die auf den zu prüfenden Prozess nicht zutreffen, indizieren zumindest weiteren Analysebedarf, häufig aber auch ein Qualitätsproblem
    • die in DIN Screen formulierten Prüfaussagen funktionieren als Indikator solcher möglichen Probleme, denen dann Abhilfe geleistet werden kann
    • durch die Anwendung der DIN Screen erhalten Praktiker somit im Sinne der Handlungskontrolle ein unmittelbares Feedback über die Qualität ihrer Arbeit
    • Fußnoten zur Erläuterung der DIN Aussagen
      • zur Erläuterung einiger Aussagen
      • teilweise der DIN 33430 entlehnt, teilweise als Interpretation ergänzt
      • hinter jeder Aussage ist in Klammern angegeben, auf welche Seite der DIN 33430 sich die Aussage bezieht
    • zur Erstellung der DIN Screen wurde der Text der DIN 33430 nicht nur in Einzelaussagen zerlegt, sondern auch thematisch geordnet
    • anders als die DIN 33430 orientiert sich die Gliederung der DIN Screen an dem Prozess der Eignungsbeurteilung und unterscheidet die folgenden Bereiche
      • Anforderungen an Verfahrenshinweise
      • Planung von berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen
      • Auswahl und Zusammenstellung von Verfahren
      • Durchführung, Auswertung und Interpretation der Verfahrensergebnisse sowie Urteilsbildung
      • Dokumentation
      • Anforderungen an die Qualifikation der an der Eignungsbeurteilung beteiligten Personen
      zu jedem Teilgebiet eine separate Checkliste, je nach Organisation kann es sinnvoll sein, dass die einzelnen Checklisten von jeweils anderen Qualitätsprüfern bearbeitet werden, die über besondere Expertise für den zu prüfenden Bereich verfügen
    • die DIN 33430 differenziert zwischen normativen Aussagen und nicht normativen Aussagen → DIN Screen gibt diese Unterscheidung wieder und differenziert 273 normative und 45 nicht normative Aussagen
    • die 6 Checklisten von DIN Screen sind so aufgebaut, dass zunächst die normativen Aussagen aufgelistet werden und anschließend die nicht normativen Aussagen
    • wird eine nichtnormative Aussage mit „nein“ beantwortet, stellt dies die Kompatibilität des Prozesses mit der DIN 33430 formal nicht in Frage, indiziert aber Optimierungpotential
    • sofern einzelne Anforderungen der DIN 33430 mehrere Themenbereiche betreffen, kommen sie in mehreren Listen vor → separate Nutzbarkeit der Listen sichergestellt
    • DIN Screen unfasst 310 eigenständige Aussagen, von denen 6 Aussagen in zwei Listen abgedruckt sind → insgesamt ergeben sich 318 Aussagen
    • unterschiedliche Perspektiven führen häufig aber nicht zwangsläufig zu gleichen Bewertungen → keine explizite Verknüpfung
    • die impliziten und expliziten Doppelungen von Aussagen wären problematisch wenn eine Bewertung anhand von Häufigkeitsauszählungen intendiert wäre, dies ist aber nicht der Fall
  • Handhabung der Checkliste DIN Screen
    • die Aussage der DIN Screen V2 sind anhand einer zweistufigen Skala mit den beiden Ausprägungen „ja“ und „nein“ zu beantworten
    • zusätzlich wurde eine alternative Antwortmöglichkeit („nicht zu bewerten“) aufgenommen → kann gewählt werden, wenn Qualitätsprüfer sich aus unterschiedlichen Gründen außerstande sehen, ein Urteil zu der in Frage stehenden Aussage zu fällen → nur in Ausnahmefällen und schriftlich begründet zu verwenden
    • am Ende jeder Checkliste findet sich Platz für Anmerkungen, weitere Blätter können ergänzt werden
    • eine schriftliche Erläuterung ist vorgeschrieben, wenn die Kategorie „nicht zu bewerten“ gewählt wurde
    • darüber hinaus steht es den Prüfern frei, zu jeder Aussage Anmerkungen zu formulieren
    • damit die Anmerkungen sicher gefunden werden, sollte bei der entsprechenden Aussage das Kästchen „Anmerkungen“ angekreuzt werden
    • die Anmerkungen sind dann am Ende der Checkliste auf die vorbereiteten Blätter einzutragen, wobei jeder Anmerkung die Nummer der Aussage vorangestellt werden sollte, auf die sie sich bezieht
    • um die DIN Screen Aussagen zu bearbeiten, werden die jeweils notwendigen Informationen in Dokumenten nachgeschlagen
    • die der Prüfung zugrunde gelegten Dokumente werden auf der ersten Seite von DIN Screen vermerkt
    • in der äußersten rechten Spalte der DIN Screen V2 Checklisten sollte festgehalten werden, auf welcher Seitenzahl in dem Prüfdokument, die jeweils gesuchte Information gefunden wurde
    • Umgang mit Aufzählungen
      • einige Aussagen enthalten Aufzählungen
      • durch Unterstreichen ist kenntlich gemacht, wenn es sich dabei um logische „Und-Verknüpfungen“ handelt → jede Komponente / jeder Aspekt der Aufzählung muss erfüllt sein, damit die Aussage als zutreffend („ja“) gelten kann
    • Verzweigungsfragen
      • in 69 Fällen sind den zu bewertenden Aussagen „Verzweigungsfragen“ vorangestellt, um sicherzustellen, dass nur die für den jeweiligen Anwendungszweck relevanten DIN-Anforderungen geprüft werden
      • auch bei den Verzweigungsfragen ist es Aufgabe der Prüfer, ein Urteil zu fällen und diese Verzweigungsentscheidungen bei Bedarf nachvollziehbar werden zu lassen und zu verantworten
      • lautet die Antwort auf eine Verzweigungsfrage „nein“, so führt das dazu, dass eine oder mehrere Aussagen übersprungen werden
      • dass eine / mehrere Aussagen zu überspringen sind, wird grafisch verdeutlicht, indem das Kästchen, welches zum überspringen auffordert eckig ist, während die Mehrzahl der Kästchen rund ist
      • sofern kein Überspringen indiziert wird, wird einfach die nächste Aussage / Verzweigung in der Liste bearbeitet
      • zur Erleichterung der Auffindbarkeit und Kommunikation sind auch die Verzweigungsfragen durchnummeriert (V1-V69)
    • Hinweise auf Bewertungsverknüpfungen
      • es gibt 38 Hinweise auf sachliche Bewertungsverknüpfungen aufgrund von hierarchischen Beziehungen zwischen Aussagen
      • solche Bewertungsverknüpfungen werden auch als Hinweise explizit geregelt
      • die Hinweise beziehen sich immer auf die unmittelbar über dem Hinweis stehende Aussage
      • zur grafischen Veranschaulichung sind Kästchen, deren Ankreuzen das Ankreuzen weiterer Kästchen automatisch nach sich zieht, nicht rund sondern eckig gestaltet
      • zur Erleichterung der Auffindbarkeit und Kommunikation sind auch die Hinweise durchnummeriert (H1-H38)
    • die hinter einem Hinweis und einer Verzweigung angegebenen Nummern der Aussagen beziehen sich meist auf Aussagen innerhalb einer Checkliste → Checklisten-übergreifende Verknüpfungen werden explizit gekennzeichnet
    • Verzweigungsfragen können dazu führen, dass einige Aussagen für den zu prüfenden Fall nicht beurteilungsrelevant sind und folglich bei der Qualitätskontrolle außer Acht gelassen werden können
    • demgegenüber führen die Hinweise auf Verknüpfungen dazu, dass bei der Nicht-Erfüllung einer zentralen Anforderung zwangsläufig weitere Defizite sichtbar werden, die für die Qualitätskontrolle und -optimierung bedeutsam sind
  • Separate Prüfung pro Verfahren und pro Checkliste
    • der Einsatz mehrerer Verfahren innerhalb einer Eignungsbeurteilung kann dazu führen, dass einzelne Checklisten mehrfach eingesetzt werden → separate Prüfung für jedes Verfahren
    • hinsichtlich der separaten Nutzung einzelner Checklisten ist zu bedenken, dass ein Prozess der Eignungsbeurteilung nur dann den Anforderungen der DIN 33430 entspricht, wenn alle Aspekte den Sollwerten entsprechend gestaltet werden → informativ einzelne Themenkomplexe separat auf ihre DIN-Kompatibilität hin zu prüfen
    • dem „Produkt“ Verfahrenshinweise kommt eine zentrale Bedeutung zu → Verfahrenshinweise, die der DIN 33430 genügen, gewährleisten nicht die Qualität des Gesamtprozesses aber die Kontrolle der Verfahrenshinweise erlaubt ein schnelles Negativ-Screening von Testverfahren und als Vorbereitungsstufe einer Testbeurteilung ohne selbst ein Testbeurteilungssystem zu sein
    • die Checkliste 1 der DIN Screen gilt offiziell als „Standard zur Information und Dokumentation von Instrumenten zur Erfassung menschlichen Erlebens und Verhaltens“ des Testkuratoriums der Föderation deutscher Psychologen
    • Unterteilung in Themenkomplexe ermöglicht es DIN Screen nicht nur als Leitfaden zur Qualitätskontrolle und Qualitätsoptimierung, sondern auch als Leitfaden für die Planung von Eignungsbeurteilungen zu nutzen
    • die Computerversion der DIN Screen (www.kersting-internet.de/DIN-Screen.html) bietet eine intelligente Checkliste mit automatischen Verzweigungen und Verknüpfungen
  • Unterschiede zwischen der ersten und zweiten Version der DIN Screen (V1 vs. V2)
    • in der ersten Version wurden Aussagen mit „trifft zu“ bzw. „trifft nicht zu“ beantwortet, für die Antworten der Verzweigungsfragen waren keine Antwortmöglichkeiten vorgesehen
    • die zweite Version sieht die Antwortkategorien „ja“ und „nein“ vor und diese Antworten werden auch in den Verzweigungsfragen verlangt
    • in der zweiten Version wurde eine weitere Spalte (rechts außen) eingefügt → zur Angabe der Quelle
    • in der ersten Version gab es eine Inkonsistenz bei den Verzweigungsfragen → mal zog ein „nein“ ein Überspringen mit sich, mal ein „ja“
    • in der aktuellen Version wurde die Verzweigungsfrage V22 so umformuliert, dass jetzt ebenfalls ein „nein“ ein Überspringen nach sich zieht
    • darüber hinaus wurde eine falsche Verzweigung (V20) korrigiert und der Text der Verzweigungsfrage V21 gegenüber der ersten Version geringfügig modifiziert

  • DIN Screen als Ausgangspunkt einer Initiative zur Qualitätsoptimierung
    • DIN Screen eignet sich für ein grobes Screening nicht aber für eine differenzierte Beurteilung der Qualität von Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen
    • die Bedeutsamkeit der Anforderungen variiert von Fall zu Fall → es erfolgt keine Auszählung von „ja“ und „nein“ sondern eine Bestimmung der Qualität
    • Qualitätsanforderungen haben selbst eine Qualität, sie sind angemessen, überzogen oder zu gering und zwar im Bezug auf den jeweiligen Anwendungszweck
    • DIN Screen als Ausgangspunkt eines Dialogs über Qualitätsoptimierung → keine statische Beurteilung sondern eine dynamische Qualitätsoptimierung

Fortbildungen und Lizenzprüfungen zur Personenlizenzierung für berufsbezogene Eignungsbeurteilungen nach DIN 33430

  • die DIN 33430 fordert von den Personen, die in verantwortlicher Position an Eignungsbeurteilungen beteiligt sind, bestimmte Qualifikationen
  • allerdings sieht die DIN 33430 keine Regelungen vor, wie die notwendigen Qualifikationen erworben und nachgewiesen werden können → Kritik an DIN 33430
  • die Inhalte der Fortbildungen sowie der Lizenzprüfungen wurden unmittelbar aus den in der DIN 33430 formulierten „Qualitätsanforderungen an den Auftragnehmer und die Mitwirkenden“ abgeleitet
  • die personenbezogenen Qualitätsanforderungen werden in der DIN 33430 überwiegend in Listenform präsentiert und sind mit Aufzählungszeichen versehen
  • aus diesen Aufzählungen ergeben sich 35 Qualitätsanforderungen
  • acht weitere Qualitätsanforderungen ergeben sich aus dem Fließtext der Seiten 10 und 11 der DIN 33430 → 43 Qualitätsanforderungen insgesamt
  • diese 43 Qualitätsanforderungen stellen einerseits die Inhalte der Fortbildungen und andererseits den Stoff der Prüfung zur Personenlizensierung für berufsbezogene Eignungsbeurteilungen nach DIN 33430 dar
  • die DIN 33430 unterscheidet zwischen Auftragnehmer einerseits und den Mitwirkenen andererseits
  • Auftragnehmer ist eine organisationsinterne / -externe Person, die sich verpflichtet für einen Auftraggeber eine berufsbezogene Eignungsbeurteilung im Sinne der Norm durchzuführen → verantwortet, plant, gestaltet die Eignungsbeurteilung, stellt das Untersuchungssystem auf, wählt die Verfahren und die Mitwirkenden aus, organisiert den Prozess, führt die geplante Maßnahme durch, berichtet dem Auftraggeber über die Ergebnisse
  • Mitwirkende sind an der Eignungsbeurteilung beteiligt, stehen unter Anleitung, Fachaufsicht, Verantwortung des Auftragnehmers, werden häufig als Assistent / Gehilfe bezeichnet
  • der Umfang der in der DIN 33430 geforderten Kenntnisse variiert in Abhängigkeit vond er Funktion, die eine Person im Prozess der Eignungsbeurteilung einnimmt
  • drei unterschiedliche Lizenzen
    • Lizenz MV für Mitwirkende an Verhaltensbeobachtungen
      • Kenntnisse über Rahmenbedingungen von Verhaltensbeobachtung und Verhaltensbeurteilung
      • Rahmenbedingungen von Eignungsinterviews
      • Kenntnisse über Verfahren zur Informationsgewinnung, über einschlägige Evaluation, über spezifizierte Bereiche aus dem Themenkontext Beobachtung und Beurteilung
      • Module 1 und 2 (Grundkenntnisse)
    • Lizenz ME für Mitwirkende an Eignungsinterviews
      • zusätzlich Kenntnisse zu den Themen Interviewklassifikation, Handhabung von Interviewleitfäden, Frage- und Formulierungstechniken, interviewbezogene Beurteilungskriterien, Fachbereiche und ihre rechtliche Zulässigkeit
      • Modul 3 (erweiterte Kenntnisse 1)
    • Lizenz A für Auftragnehmer
      • zusätzlich Kenntnisse zu Anforderungsanalysen, zu Verfahren und zu Eignungsbeurteilungen
      • Module 4-6 (erweiterte Kenntnisse 2)
  • die Fortbildung und Lizenzprüfung wurden modular gestaltet, wobei 6 Module eingerichtet wurden
  • Fortbildungen
    • die in der DIN 33430 geforderten Kenntnisse und Fertigkeiten können in einer modular aufgebauten Fortbildungsveranstaltung erworben werden
    • maximaler Trainingsbedarf 10 Tage
  • Prüfungen zum Erwerb der Personenlizenzen für berufsbezogene Eignungsbeurteilungen nach DIN 33430
    • durch die erfolgreiche Absolvierung von Prüfungen kann eine „Personenlizenz“ für berufsbezogene Eignungsbeurteilungen nach DIN 33430 erworben werden
    • für die inhaltliche Gestaltung dieser Prüfungen wurde ein zweiköpfiger Lizenzprüfungsausschuss gebildet → beides Mitglieder vom Testkuratorium und vom Fördervorstand berufen
    • die Aufgaben des Lizenzprüfungsausschusses bestehen in der Festsetzung der Prüfungsaufgaben und in der Bestellung der Prüfer
    • jede Prüfung wird von zwei unabhängig voneinander arbeitenden Prüfern abgenommen
    • mit der Behandlung von Widersprüchen gegen Entscheidungen des Lizenzprüfungsausschusses wurde das Testkuratorium betraut
    • die organisatorische Durchführung der Lizenzprüfung obliegt der Deutschen Psychologen Akademie (DPA)
    • die Lizenzprüfung setzt sich aus mehreren Teilprüfungsleistungen zusammen, die durch schriftliche Klausurarbeiten zu erbringen sind
    • die einzelnen Teilprüfungsleistungen entsprechen den 7 Fortbildungsmodulen und -inhalten → 2 Teilprüfungsleistungen für die Lizenz MV (15 Fragen), 3 Teilprüfungsleistungen für die Lizenz ME (25 Fragen), 6 Teilprüfungsleistungen für Lizenz A (50 Fragen) → können gestaffelt absolviert werden
    • die Lizenzen sind auf 5 Jahre befristet, werden mit bestanden / nicht bestanden bewertet
    • eine Verlängerung einer bereits erworbenen Lizenz erfordert eine Verlängerungsprüfung
    • die Lizenzprüfung ist gebührenpflichtig, die Gebühren trägt der Kandidat
    • die Zulassung zur Lizenzprüfung ist nicht an bestimmte Ausbildungsabschlüsse gebunden, der vorherige Besuch der Fortbildungsveranstaltungen ist nicht notwendig
    • Personen, die eine Lizenz A anstreben benötigen einen Nachweis von „angeleiteten Praxiserfahrungen“
    • der Lizenzprüfungsausschuss führt ein Register der Personen, denen eine Lizenz zur berufsbezogenen Eignungsbeurteilung der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen ausgehändigt wurde

Zertifizierung

  • Zertifizierungen werden häufig auf Basis der ISO 9001 durchgeführt
  • die ISO 9001 stellt ein Qualitätsmanagementsystem dar → fokussieren nicht Produkte / einzelne Prozesse, sondern die systematische Gestaltung (Beherrschbarkeit) des organisatorischen Geschehens
  • ein Qualitätsmanagementsystem ist ein Instrument der sogenannten Beschaffenheitsgestaltung
  • mithilfe derartiger Systeme soll die Differenz von geforderter und realisierter Einheit so gering wie möglich gehalten werden
  • das Qualitätsmanagementsystem beschreibt die Organisationsstruktur (Verantwortlichkeiten, Verfahren, Prozesse...), die zur optimalen Erfüllung der Qualitätsforderungen notwendig ist → im Qualitätsmanagementhandbuch dargestellt
    • Ziele
    • Richtlinien
    • System
  • es wird zwischen dem geregelten und ungeregelten Bereich unterschieden
  • geregelter Bereich → Gesetzgeber schreibt Prüfungen vor
  • ungeregelter Bereich → keine vorgeschriebenen Prüfungen, Frage der Prüfung allein durch den Markt bestimmt