mandag 5. september 2016

Antisoziales Denken, Fühlen und Handeln

Antisoziales Denken, Fühlen und Handeln

  • Antisoziale Verhaltensweisen → Handlungen, die soziale Regeln in nicht tolerabler Weise verletzen
  • Aggressive Verhaltensweisen → Handlungen, die in der Absicht durchgeführt werden, einem anderen zu schaden

die Erklärung von Aggression – ein allgemeines Rahmenmodell

  • zahlreiche Korrelate für Risiko- und Schutzfaktoren delinquenten Verhaltens sind belegt
  • Risikofaktoren = Risikomarker
  • im Kern des Modells steht die aggressive Handlung selbst → besteht aus motivationalen und volitionalen Prozessen und deren Regulierung → antisoziale Handlung
  • Ausgangspunkt des Modells ist eine handlungstheoretische Konzeption bei welcher Verhalten als Handlung aufgefasst wird, der eine Absicht zugrunde liegt
  • Merkmale der Person
    • aktuelle, vorübergehende Zustände (state)
    • situationsübergreifende, relativ stabile Dispositionen (trait)
    Entstehungs- und Entwicklungsbedingungen der Eigenschaften → Unterschied zwischen Ontogenese und Aktualgenese
  • auch die Situation in der antisozial gehandelt wurde spielt eine bedeutsame Rolle bei der Erklärung → mehrere Ebenen:
    • akute von der Person selbst erlebte Situation
    • soziale Situation
    • soziokulturelle Situation
    • Historische Kontexte

die aktualgenetische Erklärung antisozialen Handelns: Person und Situation

  • intrapersonale Prozesse der Verhaltenssteuerung: soziale Kognitionen und Reaktionen
    • Frustrations-Aggressions-Hypothese
      • nimmt auf Freuds duale Instinkttheorie Bezug
      • die Blockierung von Zielen führt zu Frustration, welche die Wahrscheinlichkeit aggressiven Verhaltens erhöht
      • ob eine aggressive Reaktion erfolgt, hängt von zusätzlichen Faktoren in der Person oder der Umwelt ab
      • hemmende Faktoren → z.b. Angst vor der Bestrafung offener Aggression
      • aggressive Hinweisreize erhöhen die Auftretenswahrscheinlichkeit aggressiven Verhaltens
    • kognitiv-neoassoziationistisches Modell
      • allgemeines Modell des Zusammenhangs zwischen negativem Affekt und aggressivem Verhalten
      • Frustration als negative affektive Erregung ist nur eine von mehreren möglichen Reizbedingungen
      • andere Stimuli wie Lärm, Schmerz oder Enge können in gleicher Weise wirksam werden
      • nach einem auf ein aversives Ereignis folgenden schnellen und automatisierten ersten Bewertungsprozess verfestigt sich in einem zweiten stärker elaborierten und kontrollierten Bewertungsschritt der zunächst unspezifische emotionale Zustand als Ärger oder Furcht, der in Abhängigkeit von Lernerfahrungen und dem Kontext für den weiteren Verlauf des Bewertungsprozesses leitend ist
      • aggressive Hinweisreize fungieren unabhängig von vorher bestehendem Ärger und bahnen die Auswahl aggressiver Reaktionsmöglichkeiten im Zuge einer allgemeinen Aktivierung (Priming) aggressionsbezogener Schemata
    • aggressive Skripts
      • kognitive Repräsentationen über Form und Zeitpunkt / Kontext aggressiven Verhaltens
      • Skripts sind die Basis des Sozialverhaltens im Allgemeinen und aggressiven Verhaltens im Speziellen
      • durch wiederholtes gleichartiges Reagieren auf denselben Stimulus entwickelt sich allmählich eine generalisierte kognitive Repräsentation, welche den Stimulus eng mit der entsprechenden Situation verknüpft
      • tritt der Stimulus erneut auf, aktiviert dieser mit zunehmender Wahrscheinlichkeit das zugehörige Skript → die gespeicherten Verhaltensweisen werden ausgeführt
      • Skripts enthalten nicht nur konkrete Verhaltensanweisungen, sondern auch verschiedene Variationen und Informationen darüber wann ein aggressives Verhalten angemessen ist (normative Überzeugungen)
    • general agression Model / allgemeines Aggressionsmodell
      • fasst die unterschiedlichen Elemente zu einem integrierten Modell zusammen
      • komplexer Verarbeitungprozess auslösender Variablen (Input) und daraus resultierendes aggressives Verhalten (Output) als Zusammenspiel zwischen verfügbaren Kognitionen, Affekten und Erregung und einem darauf folgenden Bewertungsprozess systematisiert
      • vorausgehende Lernerfahrungen und Bedingungen werden vorausgesetzt oder als Festigung der kognitiven Repräsentationen durch wiederholtes Durchlaufen der Bewertungsschleife formuliert
      • liefert eine anschauliche Beschreibung und Systematik der aktualgenetischen affektiven und kognitiven Prozesse und bietet Ansatzpunkte für die Suche nach vorauslaufenden Bedingungen aggressiven Handelns
  • die Macht der Situation
    • erst in Interaktion mit intrapersonalen Prozessen werden Situationsmerkmale wirksam
    • aggressionssteigernde Wirkung von Alkohol entsteht aus einem Zusammenspiel physiologischer und psychologischer Faktoren → selbst in moderaten Mengen
    • Belege für den Einfluss hoher Temperaturen → Einfluss nur zur Nachtzeit, nicht zur Tagzeit
    • Enge, Lärm und Schmerzen haben Einfluss auf Aggressionsverhalten
    • Faktoren nicht als Haupteffekte, sondern haben verstärkenden / intensivierenden Einfluss → können durch kognitive Prozesse auch unterdrückt oder modifiziert werden
    • Stanford-Gefangenen-Experiment
      • zeigt die Stärke des Situationseinflusses in unbekannten Situationen
      • Hinweis darauf dass aggressives Verhalten unter bestimmten Bedingungen angeregt werden kann

soziale Vergleichsprozesse und relative Deprivation - Relative Deprivation

 soziale Vergleichsprozesse und relative Deprivation

Relative Deprivation

  • relative Deprivation = Gefühle des Mangels / der Entbehrung in Relation zu anderen
  • subjektive Zufriedenheit hängt weniger von objektiven Lebensbedingungen ab, sondern wird stark von Vergleichsprozessen beeinflusst
  • vier Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit relative Deprivation eintritt:
    • man hat X nicht
    • andere besitzen X
    • man möchte X haben
    • man glaubt es sei möglich X zu haben und dass man Anspruch auf X hat
  • warum kommt es zu Vergleichen
    • Gefühl der relativen Deprivation ist das Ergebnis von Vergleichsprozessen → vor allem Vergleiche mit Gruppen und zwischen Gruppen bedeutsam
    • Theorie der sozialen Identität / Selbstkategorisierung
      • jeder hat sowohl eine individuelle als auch eine soziale Identität
      • für eine positive soziale Identität muss die Eigengruppe besser als andere Gruppen dastehen
      Individuelle Identität → Vergleiche auf individueller Ebene
        Soziale Identität → Vergleiche auf Gruppenebene
  • mit wem vergleichen sich Menschen
    • relative Deprivation kann durch Vergleiche mit verschiedenen Standards entstehen
    • Vergleiche zwischen dem Selbst und andern Individuen und der Eigengruppe und einer Fremdgruppe können eine Gefühl der Unzufriedenheit auslösen
    • zwei Arten von Deprivation:
      • egoistische Deprivation → bei Vergleichen auf individueller Ebene
      • fraternale Deprivation → bei Vergleichen auf Gruppenebene
    • besonders starke (doppelte) Deprivation wenn egoistische und fraternale Deprivation zusammen auftreten
    • es kommt zu relativen Deprivation wenn der Vergleich zwischen der Ist-Situation und den Erwartungen, wie die Situationen sein sollte ungünstig ausfällt
    • temporale Vergleiche → Erwartungen leiten sich aus Erfahrungen in der Vergangenheit ab
    • Erwartungen spielen auch eine entscheidende Rolle für die Zufriedenheit, die man in individuellen Beziehungen empfindet → jede Beziehung ist mit Kosten und Nutzen verbunden → Zufriedenheit in einer Beziehung ist nicht nur abhängig davon ob der Nutzen die Kosten überwiegt, sondern auch davon welches Kosten-Nutzen-Verhältnis erwartet (Vergleichsniveau) und wie man das Verhältnis in alternativen Beziehungen einschätzt (Vergleichsniveau für Alternativen)
    zur relativen Deprivation tragen Vergleiche mit folgenden Standards bei:
      • andere Individuen (egoistische Deprivation)
      • andere Gruppen (fraternale Deprivation)
      • eigene Erwartungen
  • wie wirken sich Vergleiche aus
    • kollektives Handeln hängt deutlich enger mit relativer Deprivation zusammen, wenn bei der Erfassung der fraternalen Deprivation explizit ein Vergleich zu einer anderen Gruppe und insbesondere das Gefühl der Unzufriedenheit erfragt wurde
    • die Identifikation mit der deprivierten Eigengruppe bestimmt mit ob man sich für die Veränderung der Gruppensituation einsetzt
    • egoistische Deprivation zieht Stresssymptome und Ärger nach sich
    • relative Gratifikation → entsteht wenn man besser dasteht als andere
    • unter bestimmten Umständen kann relative Gratifikation auch negativ erlebt werden, entscheidend dabei ist die empfundene Gerechtigkeit des Vergleichsergebnisses
    • ungerechtfertigte Privilegien führen zu Schuldgefühlen → Bedingungen für das Entstehen existenzieller Schuld:
      1. eine Person / Eigengruppe hat Vorteile während eine andere Person / Gruppe Nachteile hat
      2. die Person erlebt ihre Vorteile als unverdient
      3. die Person denkt, die Nachteile der anderen seien nicht selbst verschuldet
→ unterschiedliche Vergleiche wirken sich im Rahmen der relativen Deprivation unterschiedlich aus:
      • im Vergleich mit anderen Gruppen schneidet die Eigengruppe negativ ab (fraternale Deprivation) → identifiziert man sich stark mit der Eigengruppe → kollektives Handeln, sozialer Protest
      • im Vergleich mit anderen schneidet das Individuum negativ ab (egoistische Deprivation) → individuelle Stresssymptome, Depression, Ärger
      • im Vergleich schneidet man positiv ab (relative Gratifikation)
        • Privilegien werden als gerechtfertigt empfunden → positives Selbstgefühl
        • Privilegien erscheinen ungerechtfertigt → Schuldgefühle

soziale Vergleichsprozesse und relative Deprivation - soziale Vergleiche

soziale Vergleichsprozesse und relative Deprivation

soziale Vergleiche

  • warum kommt es zu Vergleichen
    • klassische Antwort → motivationale Gründe → Menschen streben nach einem stabilen und akkuraten Selbstbild
    • soziale Vergleiche dienen der Selbsterkenntnis und werden auch dann herangezogen wenn objektive Standards vorhanden sind → um möglichst akkurate Rückmeldungen über die eigenen Eigenschaften und Fähigkeiten zu erhalten
    • Unsicherheit bezüglich der eigenen Fähigkeiten, die Bedeutung der akkuraten Einschätzung sowie die bevorstehende Überprüfung der Fähigkeiten steigern das Streben nach Vergleichen
    • ein weiteres Motiv für soziale Vergleiche ist das Bestreben, eigene Fähigkeiten zu entwickeln und zu verbessern → soziale Vergleiche bieten Informationen, die helfen sich selbst zu verbessern
    • vor allem aufwärts gerichtete Vergleiche bieten die Möglichkeit, wichtige Hinweise für eine Selbstverbesserung zu erhalten
    • ein positives Selbstbild kann mit sozialen Vergleichen unterstützt werden
    • Selbsterhöhung → vor allem bei abwärts gerichteten Vergleichen
    • Suche und Verwendung sozialer Vergleichsprozesse als strategischer Prozess, in dem gezielt nach Informationen entsprechend der aktuellen Motivationslage gesucht wird
    • Vergleiche sind oft für eine konkrete Einordnung und Kommunikation von Informationen notwendig
    zwei wichtige Gründe für die Verwendung sozialer Vergleiche
    1. Vergleiche zwischen dem Selbst und anderen können Motive nach Selbsterkenntnis, Selbstverbesserung und nach einem positiven Selbstbild befriedigen
    2. Vergleiche sind oft notwendig. Um Informationen richtig zu verstehen und erfolgreich zu kommunizieren
  • mit wem vergleichen sich Menschen
    • je nachdem welches Motiv mit dem Vergleich befriedigt werden soll, werden andere Standards gewählt
    • zur akkuraten Selbsterkenntnis werden ähnliche Standards bevorzugt, laterale Vergleiche, ähnliche Standards liefern diagnostische Informationen → Ähnlichkeitshypothese → Versuchsaufbau zur Überprüfung → Rangordnungsparadigmen
    • Motiv nach Selbstverbesserung → Vergleiche mit überlegenen Standards, aufwärts gerichteter Vergleich kann motivierend wirken und wichtige Hinweise zur Möglichkeit der Leistungsverbesserung bieten
    • Frage danach wann extrem hohe Standards motivierend oder demotivierend wirken → entscheidend ob „Superstars“ prinzipiell noch erreichbar scheinen
    • Befriedigung des Motivs der Selbsterhöhung durch Vergleiche mit unterlegenen Standards → Theorie abwärts gerichteter Vergleiche → demonstrieren dass das Selbst kompetenter als der unterlegene Standard ist → selbstwertschützend und -aufbauend → vor allem bei Selbstwertbedrohung durchgeführt
    • motivgeleitete Standardwahl kann kognitiv aufwendig sein
    • Routinestandards (Personen mit denen man sich schon vorher verglichen hat) ermöglichen einen effizienten Vergleich → vereinfachen den Vergleichsprozess
      • es muss keine Standardselektion durchgeführt werden
      • relevantes Standardwissen ist durch häufige Verwendung leicht zugänglich
    Mechanismen der Standardselektion
    • motivationale Passung:
      • es wird derjenige Standard ausgewählt, für den die Vergleichsergebnisse im Einklang mit der aktuellen / chronischen Motivationslage stehen
        • Selbsterkenntnis → ähnlicher Standard (lateraler Vergleich)
        • Selbsterhöhung → unterlegener Standard (abwärtsgerichteter Vergleich)
        • Selbstverbesserung → überlegener Standard (aufwärts gerichteter Vergleich)
    • Effizienzkriterien:
      • es wird derjenige Standard ausgewählt, mit dem der Vergleichsprozess möglichst effizient durchgeführt werden kann
        • Routinestandard
  • wie wirken sich die Vergleiche aus?
    • Nach einem Vergleich mit überlegenen Standards fühlen sich Probanden schlechter als nach einem Vergleich mit unterlegenen Standards
    • nach einem Vergleich mit einem hohen Standard fühlen sich Probanden motivierter als nach einem Vergleich mit einem niedrigen Standard
    • soziale Vergleiche führen oft zu Kontrasteffekten → Person schätzt sich nach einem Vergleich mit mit einem hohen Standard schlechter ein als nach einem Vergleich mit einem niedrigen Standard
    • soziale Vergleiche können auch zu Assimilation führen → Person schätzt sich nach Vergleich mit hohem Standard besser ein als nach einem Vergleich mit einem niedrigen Standard
    • ob Vergleiche zu Kontrast oder Assimilation führen, hängt von verschiedenen Moderatorvariablen ab
      • Extremität des Standards
      • Kategoriezugehörigkeit
      • psychologische Nähe von Selbst und Standard
    • Kontrasteffekt wenn der Standard extrem ist oder einer anderen sozialen Kategorie angehört (z.b. Profisportler / andere Nationalität)
    • Assimilation bei Vergleichen mit Standards, die moderat sind oder derselben Kategorie angehören
    • schon Kleinigkeiten (z.b. ob man am selben Tag Geburtstag hat) können ausschlaggebend sein → Vorhersage der Konsequenz eher schwierig
    • Modell der selektiven Zugänglichkeit
      • stehen bei einem Vergleich Gemeinsamkeiten zwischen Selbst und Standard im Vordergrund, besteht die Tendenz auch bezüglich der kritischen Dimension eine Ähnlichkeit anzunehmen → führt zu einer selektiven Aktivierung von standardkonsitentem Selbstwissen → Informationen gesucht, die das Selbstbild bestätigen (Ähnlichkeitstest)
      • stehen bei einem Vergleich Unterscheide zwischen Selbst und Standard im Vordergrund, so wird selektiv standardinkonsistentes Selbstwissen gesucht → Informationen, die dafür sprechen dass sich das Selbst und der Standard in der kritischen Dimension unterscheiden (Unterschiedstesten)
    soziale Vergleiche können je nach Ausgangslage zwei alternative Formen mit gegensätzlichen Konsequenzen annehmen:
    • Ausgangssituation
    1. Selbst und Standard erscheinen ähnlich
    2. Selbst und Standard erscheinen unterschiedlich
    • Konsequenzen
    1. Assimilation → Ähnlichkeitstesten führt zur Aktivierung von standardkonsistentem Selbstwissen
    2. Kontrast → Unterschiedstesten zur Aktivierung von standardinkonsistentem Selbstwissen
  • Reaktionen auf das Vergleichsergebnis
    • Vergleichsergebnis, Nähe des Standards und Wichtigkeit der Vergleichsdimension bestimmen wie sich das Ergebnis anfühlt
    • Selbstwerterhaltungstheorie → beschriebt wie sich das Ergebnis auf den Selbstwert auswirkt und welche Strategien zur Selbstwerterhaltung möglich sind
    Strategien um mit einem negativen Vergleichsergebnis umzugehen
    • Vergleichsergebnis ändern
      • eigene Leistung verbessern
      • Leistung der anderen verschlechtern
    • Nähe zu Vergleichsstandard verringern
      • sich vom Standard distanzieren
      • Unterschiede auf leistungsrelevanten Attributen betonen
    • Wichtigkeit der Vergleichsdimension für das Selbst vermindern
      • Vergleichsdimension kognitiv abwerten
      • zu einer für sich günstigeren Dimension wechseln

Methoden in der Sozialpsychologie

Methoden in der Sozialpsychologie

Verfahren der Datenerhebung

  • Befragung
    • schriftliche Befragung → Fragebogen → eignen sich zur Erfassung von Persönlichkeitsmerkmalen, Einstellungen, Aspekten des Selbstkonzepts über die ausschließlich die zu befragende Person Auskunft geben kann
    • die innere Konsistenz des Fragebogens (Reliabilität) ist hoch wenn alle Items hoch miteinander korrelieren
    • mündliche Befragung → hohe Variation im Grad der Standardisierung
  • Beobachtung
    • im Forschungslabor (kontrollierte Bedingungen)
      • die Personen wissen dass sie beobachtet werden, so dass sie möglicherweise ihr Verhalten an die Untersuchungssituation anpassen und ein Verhalten zeigen, was sie sonst so im Alltag nicht zeigen würden
      • weiteres Problem ist sozial erwünschtes Verhalten von Probanden, besonders wenn der Zweck der Untersuchung für die Probanden leicht zu durchschauen ist → Aufforderungscharakter → demand characteristics
      • Personen wollen sich möglichst positiv darstellen und verhalten sich so wie sie vermuten dass es von ihnen erwartet wird
    • in der natürlichen Umgebung
      • Nachteil, dass sie unter weniger kontrollierten Bedingungen stattfindet
      • Vorteil dass die beobachteten Verhaltensweisen spontan auftreten und nicht ausschließlich aufgrund einer Instruktion des Versuchsleiters
    • hohe ökologische Validität → Verallgemeinerung der im Labor gewonnenen Ergebnisse auf Situationen außerhalb des Labors möglich
  • indirekte und nicht reaktive Verfahren
    • indirekte Verfahren
      • Untersuchungsmethoden bei denen den Probanden unklar ist, was eigentlich gemessen werden soll
      • Problem des sozial erwünschten Antwortens und der Verfälschbarkeit von Reaktionen weitgehend vermieden
    • nicht reaktive Verfahren
      • die Probanden wissen gar nicht dass sie an einer Untersuchung teilnehmen
      • bei Verhaltensbeobachtungen z.b. im Straßenverkehr
      • z.b. Technik der verlorenen Briefe

Der Begriff der Messung

  • qualitative Forschung
    • Erhebung nicht standardisierter Daten
    • Texte, offene Interviews, Gruppendiskussionen, Beobachtungsprotokolle werden interpretativ / hermeneutisch ausgewertet
  • quantitative Forschung
    • standardisierte Daten werden mittels Fragebögen, Interviews, Beobachtungen erhoben und statistisch ausgewertet
    • Messung = Prozess psychologischen Sachverhalten nach gewissen Regeln Zahlen zuzuordnen
    • um die Genauigkeit der Messergebnisse zu erhöhen wird meist eine große Anzahl von Personen befragt / beobachtet

von der Theorie zur Hypothese

  • Theorie → Ausgangspunkt psychologischer Forschung
    zwei Bestandteile:
    • Definition von Begriffen
    • Aussagen über den Zusammenhang zwischen den Begriffen
  • durch den Prozess der Operationalisierung werden abstrakte Begriffe in messbare Größen (Variablen) übersetzt
  • Hypothese = Annahme über den Zusammenhang zwischen den Variablen → kann direkt empirisch überprüft werden
  • Theorien können nicht bewiesen, sondern nur widerlegt werden
  • Bestätigung einer Hypothese ist nicht gleichbedeutend mit der Bestätigung der Theorie → die untersuchten Variablen sind nicht identisch mit den theoretischen Konstrukten, sondern nur bestimmte Operationalisierungen unter vielen möglichen
  • aus der Bestätigung der Hypothese kann lediglich geschlossen werden, dass die Theorie nicht falsifiziert worden ist und weiter an ihr festgehalten werden kann, es sein denn eine konkurrierende Theorie steht in größerer Übereinstimmung mit den empirischen Befunden
  • wird eine Hypothese nicht bestätigt, ist damit nicht automatisch die zugrunde liegende Theorie widerlegt → ein nicht gefundener Zusammenhang kann immer zweierlei bedeuten → entweder war die Theorie unzutreffend oder die Konstrukte wurde fehlerhaft operationalisiert
  • Validität bezieht sich darauf, wie gut die gemessene Variable mit dem Konstrukt übereinstimmt, welches sie messen soll → gute Übereinstimmung zwischen Konstrukt und Variable
  • Validität ist Voraussetzung dafür dass Untersuchungsergebnisse im Sinne der Theorie interpretiert werden dürfen

Arten von Untersuchungsdesigns

  • deskriptives Design
    • Analysen befassen sich mit einer einzigen Variable und der Häufigkeit ihrer einzelnen Ausprägungen
    • Mittelwert und Varianz werden berechnet und die Abweichung von von der Gaußschen Normallverteilung überprüft
  • korrelatives Design
    • in korrelativen Studien wird das gemeinsame Auftreten zweier Variablen untersucht
    • eine Störvariable übt einen unerwünschten Einfluss auf die zu erklärende Variable aus
    • korrelative Designs ermöglichen eine Kontrolle von Störvariablen allerdings nur dann wenn diese bekannt sind
    • unbekannte Störvariablen können nur experimentell kontrolliert werden
  • experimentelles Design
    • ermöglichen kausale Analysen
    • unabhängige Variable = vermutete Ursache
    • abhängige Variable = vermutete Wirkung
    • für eine kausale Wirkung sind drei Bedingungen erforderlich
      • die unabhängige Variable muss mit der abhängigen Variable kovariieren (zusammenhängen)
      • die unabhängige Variable muss der abhängigen Variable zeitlich voraus gehen
      • die Verursachung der abhängigen Variable durch eine Störvariable muss ausgeschlossen sein
      • wichtig ist es möglichst viele Personen zu untersuchen, damit individuelle Besonderheiten in der Reaktion nicht ins Gewicht fallen → möglich auch unbekannte Störvariablen zu kontrollieren
      • es erfolgt eine Manipulation der unabhängigen Variable durch den Versuchsleiter zur Messung der abhängigen Variable
      • eine Interaktion / Wechselwirkung tritt auf wenn die Wirkung einer unabhängigen Variable von der Ausprägung einer anderen unabhängigen Variable abhängt
      • im Quasi-Experiment sind kausale Aussagen nur eingeschränkt möglich
      • Nachteile des Experiments
        • die Probanden befinden sich in einer künstlichen Situation und sollen Verhaltensweisen zeigen die sie in einer natürlichen Situation niemals zeigen würden → Frage nach der ökologischen Validität
        • nicht alle Fragestellungen sind experimentell untersuchbar, viele Variablen lassen sich nicht manipulieren
        • die Probanden müssen über den Zweck der Untersuchung getäuscht werden

Bestandteile von Befragungen

  • nicht nur Merkmale der untersuchten Person, sondern auch die Gestaltung des Untersuchungsmaterials und Merkmale der Fragen haben Einfluss auf Untersuchungsergebnisse
  • Einfluss des Auftraggebers
  • Versuchsleitereffekte
  • Einfluss der Instruktion auf sozial erwünschtes Antwortverhalten
  • Einfluss der Itempolung → umgepolte Formulierungen sollen Ja-sage-Tendenz entgegenwirken
  • Reihenfolgeeffekte → Beantwortung einer vorangegangenen Frage hat Einfluss auf Interpretation der nachfolgenden Frage und somit auf die Antwort
  • Antwortalternativen → können Interpretation einer Frage und Antworten darauf beeinflussen
  • Gestaltung der Antwortskala als Einflussfaktor
  • Befragungsmodus → mündlich, telefonisch, schriftlich, computerinteraktiv

onsdag 31. august 2016

Stereotype, Vorurteile und soziale Diskriminierung

Stereotype, Vorurteile und soziale Diskriminierung

Stereotype

  • Stereotype definiert als kognitive Struktur oder mentale Repräsentation, die unser Wissen und unsere Überzeugungen über eine soziale Gruppe von Menschen enthält
  • Bildung, Erhalt und Veränderung von Stereotypen
    • Bildung von Stereotypen → Personen haben eine generelle Bereitschaft zur sozialen Kategorisierung → kognitiver Prozess der Gruppierung von Personen, die ein oder mehrere Merkmale gemeinsam haben
    • Gruppierung kann sich auf sehr breite Merkmalskategorien beziehen (Nationalität, Geschlecht, Alter) oder auf kleinere soziale Kategorien (Psychologie-Studenten, Büroangestellte)
    • Personen unterscheiden dabei auch gern zwischen Eigen- und Fremdgruppe
    • Kategorisierung geht dabei mit der Zuschreibung bestimmter Eigenschaften, Fähigkeiten, Motive einher
    • Stereotype über eine Fremdgruppe fallen dabei bezüglich ihrer Inhalte und zentralen Annahmen in der Regel negativer aus als Stereotype über die Eigengruppe
    • Mitglieder der Fremdgruppe werden insgesamt sehr ähnlich in Bezug auf zentrale Merkmale angesehen → Fremdgruppen-Homogenitäts-Effekt
    • Mitgliedern der Eigengruppe wird eine höhere Varianz in den zentralen Eigenschaften zugestanden → Eigengruppen-Heterogenitäts-Effekt
    • Personen schenken mit ihrem Stereotyp konsistenten Sachverhalten mehr Aufmerksamkeit und speichern es leichter ab, erinnern es langfristig besser als steretypinkonsistentes Verhalten / Informationen
    • Stereotype führen dazu dass Personen selektiv stereotypkonsistente Informationen suchen und in ihrer Bedeutung höher einschätzen → confirmation bias
    • beim Kontakt mit Fremdgruppenmitgliedern, die dem Stereotyp nicht entsprechen erfolgt eine Substereotypisierung → für das entsprechende Fremdgruppenmitglied wird ein Substereotyp angelegt
    • Personen unterliegen einem systematischen Bias bei der Verwendung von Sprache → linguistische Intergruppenverzerrung → positives Verhalten des Eigengruppenmitglieds wird in abstrakteren Worten beschrieben, als ähnliches Verhalten eines Fremdgruppenmitglieds (→ konkretere Beschreibung); bezogen auf negatives Verhalten zeigt sich das umgekehrte Muster
    • ultimativer Attributionsfehler:
      • positives Verhalten der Eigengruppe und negatives Verhalten der Fremdgruppe wird eher Persönlichkeitsmerkmalen zugeschrieben
      • negatives Verhalten der Eigengruppe und positives Verhalten der Fremdgruppe wird eher auf Situationsmerkmale attribuiert
    • Fremdgruppenmitglieder haben eine Chance das bestehende Stereotyp zu modifizieren, wenn sie in einem Aspekt dem Stereotyp nicht entsprechen, sonst aber prototypisch für diesen Stereotyp sind
    • erfolgen Abweichungen in größerer Zahl nicht einzugrenzender Fremdgruppenmitglieder, kann dies die Änderung des Stereotyps eher auslösen als wenn die Abweichung nur bei einer begrenzten Anzahl von Fremdgruppenmitgliedern wahrgenommen wird
    • Bumerang-Effekt bei Änderung der Stereotypen tritt auf wenn Personen deren Stereotyp extrem stark ausgeprägt ist, auf Fremdgruppenmitglieder treffen, die eine sehr starke Abweichung vom Stereotyp aufweisen
  • Stereotype, Wahrnehmung und Verhalten
    • Stereotype können automatisch / unbewusst aktiviert werden ohne dass die Personen Kontrolle darüber haben
    • der automatischen Aktivierung kann eine kontrollierte Informationsverarbeitung nachgeschaltet sein → kann die Effekte der automatischen Informationsverarbeitung modifizieren oder komplett verdrängen
    • Kontinuummodell der Eindrucksbildung → Wahrnehmung, Beurteilung oder Verhalten muss für die wahrnehmende / ausführende Person von persönlicher Bedeutung sein → kann der Fall sein, wenn die wahrnehmende / handelnde Person wichtige soziale Interaktionen mit der Zielperson unterhält oder in Zukunft eingehen will
  • Folgen für Mitglieder stereotypischer Gruppen
    • Aktivierung von Stereotypen in sozialen Interaktionen kann dazu führen, dass sich die Mitglieder einer Gruppe den stereotypen Erwartungen ihrer Interaktionspartner anpassen → sich-selbst-erfüllende Prophezeiung
    • stereotype threat
      • Bedrohung durch Stereotype → kann stereotyp konformes Verhalten fördern
      • Phänomen dass Angehörige stereotypisierter Gruppen, die sich der ihnen entgegengebrachten Stereotype bewusst sind und in stereotyprelevanten Situationen Angst haben die Stereotype zu bestätigen
      • die durch die wahrgenommene Bedrohung ausgelöste zusätzliche kognitive und emotionale Aktivität kann in der Folge zu Leistungseinbußen oder stereotypkonformem Sozialverhalten führen

Vorurteile

  • Vorurteile = ablehnende / feindselige Haltungen gegenüber einer Person,die zu einer Gruppe gehört, einfach deswegen weil sie dieser Gruppe angehört und deshalb dieselben zu beanstandenden Eigenschaften haben soll, die man der Gruppe zuschreibt
  • Menschen nehmen dabei Gruppierungen auf der Basis der Wahrnehmung besonders zugänglicher Merkmale vor → Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit
  • Vorurteile können sich aber auch auf andere Gruppierungsmerkmale beziehen wie Merkmale des Körpers, psychische und physische Erkrankungen, Herkunft, Schichtzugehörigkeit
  • Rassismus
    • ist die negative Einstellung gegenüber Menschen oder Bevölkerungsgruppen auf der Grundlage von (quasi) biologischen oder ethnischen Kriterien
    • unterschieden zwischen
      • institutionellem Rassismus
        • Gruppen werden in ihren fundamentalen Rechten oder bei der Ausübung ihrer Religion beschnitten
      • individuellem Rassismus
        • negative Einstellungen und Verhaltensweisen gegenüber einzelnen Mitgliedern bestimmter Gruppierungen
    • institutioneller und individueller Rassismus treten häufig gemeinsam auf und nähren sich gegenseitig
    • traditioneller Rassismus → offen ausgelebt und ausgedrückt
    • moderner Rassismus → subtile Vorurteile
      • ambivalenter Rassismus
      • symbolischer Rassismus
        • negative Gefühle gegenüber ethnischen Minderheiten werden hinter moralischen Werten versteckt
      • aversiver Rassismus
        • unterstützen und befürworten von eigentlich egalitären Normen, hegene aber unterschwellige Ängste und ein Gefühl der Unbehaglichkeit im Umgang mit Angehörigen bestimmter ethnischer Gruppen
      Personen erleben einen Konflikt zwischen einer tief verwurzelten emotionalen Abneigung gegenüber Angehörigen bestimmter ethnischer Gruppen und gesellschaftlicher Normen, die einen vorurteilsfreien Umgang mit Mitgliedern dieser Gruppe verlangen
    • Folgen des modernen Rassismus
      • Kontakt mit Angehörigen bestimmter ethnischer Gruppen wird gemieden
      • Benachteiligung dieser Gruppen und die Existenz von Rassismus wird geleugnet
      • affirmative Programme zur Förderung der Chancengleichheit werden abgelehnt
  • Sexismus
    • generell vorurteilsbezogene Einstellungen und diskriminierende Verhaltensweisen gegenüber Personen aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit
    • traditioneller Sexismus
      • Überbetonung der Unterschiede zwischen den Geschlechtern
      • Glaube an die Minderwertigkeit des weiblichen / männlichen Geschlechts
      • weitgehende Akzeptanz althergebrachter Geschlechterrollen
    • moderner Sexismus
      • Diskriminierung von Frauen in der Vergangenheit wird anerkannt, eine aktuelle Diskriminierung aber geleugnet → Ablehnung von Forderungen für Gleichberechtigung, da eine Gleichberechtigung bereits realisiert wurde
    • Theorie des ambivalenten Sexismus
      • hostiler Sexismus
        • feindseliger Sexismus
        • offene negative Bewertung von Frauen / Männern
      • benevolenter Sexismus
        • wohlwollender Sexismus
        • positive Stereotypisierung und paternalistische Einstellungen gegenüber den Geschlechtern
  • Altersvorurteile
    • negative Einstellungen gegenüber der Gruppe älterer Menschen sowie die differnzielle Assoziation von negativen Eigenschaften mit älteren Personen
    • double-standard-of-ageing → Männer und Frauen sind nicht in gleicher Weise von Altersvorurteile betroffen, Frauen erreichen zeitiger die für Altersvorurteile empfängliche Gruppe als Männer
    • Inhalte und Auswirkungen von Altersvorurteilen
      • ältere Personen werden insgesamt als weniger attraktiv, kompetent und mehr mit negativen stereotypen Eigenschaften beurteilt als jüngere
      • Altersvorteile nicht nur bei negativen, sondern auch bei positiven Eigenschaften → negative Einstufung in Dimension Kompetenz, positive Beurteilung in Dimension Wärme





soziale Diskriminierung

  • soziale Diskriminierung = Einzelnen oder Gruppen von Menschen wird die Gleichheit in der Behandlung vorenthalten, die sie wünschen
  • Diskriminierung umfasst alles Verhalten, das auf Unterschieden sozialer und natürlicher Art beruht, die keine Beziehung zu individuellen Fähigkeiten, Verdiensten oder dem tatsächlichen Verhalten der Person(en) haben
  • Individuumsorientierte Erklärung für soziale Diskriminierung
    • Theorie der autoritären Persönlichkeit
      • autoritäre Persönlichkeit zeichnet sich im Wesentlichen durch starke Orientierung an konventionellen Werten, unkritische Einstellung gegenüber idealisierten Autoritäten der Eigengruppe und die Bereitschaft, Anordnungen und Vorschläge dieser in unkritischer Weise auszuführen sowie eine Tendenz Aggressionen gegenüber Personen auszudrücken, die konvenionelle Werte der Eigengruppe verletzen
      • Personen können diskriminiert werden, weil sie sich nicht an Werte der Bezugsgruppe des Diskriminators halten, weil sie unkonventionelle Verhaltensweisen zeigen oder weil eine in der Eigengruppe des Diskriminators anerkannte Autorität dazu auffordert
    • Theorie der sozialen Dominanz
      • Personen mit hoher Orientierung an sozialer Dominanz haben ein starkes Bedürfnis danach dass gruppenbasierte soziale Hierarchien erhalten bleiben und dass dominante Gruppen untergeordnete Gruppen beherrschen
      • Handlungen zur Aufrechterhaltung von Intergruppenhierarchien befürwortet und Ablehnung von Auffassungen und politischen Programmen gegen Ungleichheit zwischen sozialen Gruppen
    • Vorurteile und Diskriminierung
      • substanzieller Zusammenhang zwischen Vorurteilsarten (offen / subtil) und diskriminierendem Verhalten
      • Zusammenhang zwischen subtilen Vorurteilen und diskriminierendem Verhalten durch Merkmale der Situation moderiert → Personen mit subtilen Vorurteilen zeigen besonders dann diskriminierendes Verhalten wenn dieses Verhalten der gegenwärtigen Norm zu entsprechen scheint
  • Gruppenorientierte Erklärung für soziale Diskriminierung
    • Theorie des realistischen Gruppenkonflikts
      • Ziele, die eine Gruppe nur auf Kosten anderer erreichen kann, führen zu sozialem Wettbewerb und Konflikten → Ursache für soziale Diskriminierung und Feindseligkeiten zwischen den Gruppen
      • Vorhandensein gemeinsamer, übergeordneter Ziele für deren erreichen beide Gruppen aufeinander angewiesen sind führt zum Abbau sozialer Diskriminierung und Feindseligkeit
    • Theorie der sozialen Identität
      • entwickelt um Paradigma der minimalen Gruppe zu erklären
      • Paradigma der minimalen Gruppe → die bloße Kategorisierung (anhand trivialer Merkmale) in Fremd- und Eigengruppe ist eine ausreichende Bedingung für das Entstehen sozialer Diskriminierung, ein Intergruppenkonflikt ist bedeutsam aber nicht notwendig
      • erklärt mit dem Streben von Personen nach einer positiven sozialen Identität → ergibt sich aus den Eigenschaften und Fähigkeiten der Gruppen, denen Personen angehören
      • Bevorzugung der Eigengruppe und Abwertung der Fremdgruppe ist somit Mittel zu Erreichung sozialer Überlegenheit und dient der Befriedigung des Bedürfnisses nach positiver sozialer Identität
  • Folgen sozialer Diskriminierung
    • soziale Diskriminierung kann psychische und physische Erkrankungen auslösen → Depression, Herzerkrankungen, Bluthochdruck
    • Personen streben nach einer positiven sozialen Identität → durch Benachteiligung aufgrund von Gruppenmitgliedschaft erfahren sie dass Fähigkeiten und Eigenschaften der eigenen Gruppe im sozialen Kontext negativ bewertet werden → gefährdet das Ausbilden einer positiven sozialen Identität
    • Erleben offener Diskriminierung kann Ängste auslösen auch in zukünftigen Situationen unfair behandelt zu werden (stereotype threat) → kann die Selbstpräsentation und das Leistungsverhalten negative beeinflussen